MAK

Full text: Katalog der Ausstellung orientalischer Teppiche im K.K. Österr. Handels-Museum, 1891

58 PERSISCHE TEPPICHE. — FERAHAN. krümmten Lanzettblättern. Bei näherem Zusehen gewahrt man in dem Gewirre aus geraden Stäben gebildete Rauten¬ figuren, worin eine Rosette sitzt. Feinere Stücke (19) be¬ weisen, dass die Rauten ursprünglich nicht als selbstständige Figur beabsichtigt, sondern nur durch das Zusammentreten der gebrochenen Ranken hervorgebracht waren. Diese Rauten¬ figuren wiederholen sich in regelmässigen Abständen und in versetzten Reihen, ebenso die vegetabilischen Zwischen¬ füllungen, die in schrägem Zickzack die Rauten untereinander verbinden und jedesmal aus einer Rosette zwischen zwei Lanzettblättern bestehen. Auf diese Weise ergibt sich eine dem scheinbar unregel¬ mässigen Muster zu Grunde liegende Gliederung mittelst dia¬ gonaler, einander kreuzender Bänder, deren einzelne Glieder aus der Combination: Lanzettblatt-Rosette-Lanzettblatt be¬ stehen, und deren Kreuzungspunkte jedesmal durch eine von einer Stabraute eingeschlossene Rosette bezeichnet erscheinen. Die durch die Kreuzung dieser Diagonalbänder entstandenen rautenförmigen Zwischenräume sind durch Blättchen und Blüthen nach einem Schema ausgefüllt, das stets mehr oder minder auf das Kreuz als Grundform zurückzuführen ist. Diesem typischen Innenmuster entspricht eine nicht minder typische Herati-Bordure (14). Dieselbe besteht aus einer Reihe von Palmetten, die nach dem Schema der intermittirenden Wellenranke abwechselnd nach innen und nach aussen gerichtet erscheinen. Zwischen je zwei Palmetten kehrt stets eine Rosette zwischen je zwei Lanzettblättern, einem nach innen und einem nach aussen gerichteten, wieder; also dieselbe Gruppirung, die wir an den Gliedern der Diagonal¬ bänder des Innenmusters wahrgenommen haben. Der noch treibleibende Raum ist überdies mit kleinem vegetabilischen Füllwerk ausgestattet. Es kommen aber auch Stücke vor, an denen das Herati- Innenmuster von einer anderen Bordüre begleitet ist, und um-
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