MAK

Full text: Katalog der Ausstellung orientalischer Teppiche im K.K. Österr. Handels-Museum, 1891

68 PERSISCHE TEPPICHE. — KURDISTAN. Auch die beiden die Bordüre einfassenden Säume enthalten gewöhnlich dieselben rothen Blümchen an einer inter- mittirenden und von weissen Oblongen durchsetzten Wellen¬ ranke. In einzelnen Fällen (43, 44) sind noch zwei in Farbe und Muster untereinander gleiche Xebenborduren ein¬ geschoben, wodurch sich auch die Zahl der Säume noch um zwei erhöht, so dass in diesen Fällen die Gesammtbordure anstatt in drei in sieben Streifen zerfällt. Die Bordüre des Senne-Teppichs ist gewöhnlich heller als der Fond und ziemlich schmal im Verhältniss zur Breite des Teppichs. Eine Yariirung (45, 46, 47), die mehr auffallend als wesentlich ist, erfährt dieser erste und verbreitetste Typus dadurch, dass in den Innenraum ein andersfarbiges polygones Medaillon, in der Regel von sechseckiger Grundform (45), eingespannt erscheint, von verschiedener Grösse, oft in concentrischer Wiederholung (46, 47). Aber der Grund in- und ausserhalb des Medaillons ist in der gleichen eben behandelten typischen Weise gemustert, desgleichen die Bordüre. Weiter entfernt sich von diesem Typus eine andere Gattung von Senne-Teppichen, die wir als zweiten Typus desselben bezeichnen können (Nr. 48). Zwar die Anordnung im Innern ist im Allgemeinen noch diejenige des Herati- Musters; nur die Stabraute an den Kreuzungspunkten der Diagonalbänder ist in Wegfall gekommen und die von der¬ selben eingeschlossene Rosette allein übrig geblieben. Grössere Abweichung beobachten wir aber in den Füllungen der zwischen den Diagonalbändern freibleibenden rauten¬ förmigen Zwischenräume. Da gewahren wir in den versetzten Reihen eine Abwechslung von zweierlei Füllungen, die sich an Nr. 48 namentlich durch den Wechsel von weissen Blüthen in zweierlei Projection kennzeichnet: einmal in Vollansicht als Rosette, dann in fünfblättriger Profilansicht. Gemeint sind darunter Narcissen, wreshalb im Persischen das ganze
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