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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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der Personen, welche diese grossen Künstler auf ihren 
Gemälden uns verewigt haben. 
Den nächsten Rang nach der Gin-Pyramide be 
hauptet eine Collectivausstellung in einem reich deco- 
rirten, roth ausgeschlagenen Salon, aus welchem es 
uns schon von fern wie weisse Marmorbilder entgegen 
leuchtet. Die Büsten des Königs und der Königin, die 
Statuen der Diana von Gabii und die Venus von Milo 
sehen uns an, doch — «was hat man dir, du armes 
Kind gethan?« möchten wir fragen. Nicht weisser Mar 
mor ist es, sondern Stearingüsse haben wir vor uns, 
verherrlicht durch die Nachbarschaft bekannter Kerzen 
pyramiden. Auch Holland hat diese Geschmacklosigkeit 
begangen, die uns zahlreich und am grossartigsten in 
der Rotunde entgegentritt. Die Milly-Plastik erscheint 
auf der Ausstellung so bedeutsam, dass eine eigene 
Professur dafür an den Akademien bereits unausbleib 
lich erscheint. Wir eröffnen hiemit die Agitation. 
Auf dem dritten Range endlich stossen wir auf 
wirkliche Kunstindustriegegenstände, die uns aber wenig 
Interesse abnöthigen. Da sehen wir zunächst an der 
Hauptwand eine Reihe grosser Fussteppiche, die inso- 
ferne wenigstens auf dem modernen Standpunkt stehen, ' 
als sie den orientalischen Typus oder das Princip der 
Stilisirung des Ornaments angenommen haben. Von 
Blumennaturalismus ist nur noch ein einziges Beispiel 
in einer runden Decke vorhanden, die den Eindruck 
einer Damenstickerei macht. Die Industrie ist in dieser 
Beziehung dem Geschmack in den Frauenarbeiten vor 
ausgeeilt. Zum andern fallen uns zwei Vitrinen mit
	        
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