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Selbstverständlich kann man auch durch Aufträgen verschiedener
Engoben auf dasselbe Stück allerlei Verzierungen hervorbringen.
Email.
Die verschiedenen Gattungen Email unterscheiden sicli von den
Engoben dadurch, dass sie ein glasartiges Aussehen haben, welches
bis zur vollkommenen Durchsichtigkeit gehen kann.
Diese Färbungsmittel würden sich augenscheinlich den Oxyden
und Salzen, welche in erster Linie unterschieden wurden, nähern,
wenn die Grenzen ihrer Anwendung nicht genau bestimmt wären.
Wir bezeichnen als Email jene glasartigen Substanzen, d. li. jene
Silicate , Borosilicate und Phosphorsilicate, welche durch in Glasflüssen
löslich bleibende Oxyde gefärbt werden. Die Durchsichtigkeit
dieser Glasflüsse variirt natürlich mit der Natur des Glasflusses
und der Höhe der Temperatur, bei welcher sie gebrannt werden
müssen. Wir werden in dieser Beziehung sehr bemerkenswerthe
Unterschiede finden.
Die schattirten Emailarten (emaux ombrants) werden bei niedriger
Temperatur gebrannt, die auf hartem Porzellan durch Eintauchen
erhaltene Glasur und das chinesische Seladon müssen im Gegentlieile
bei sehr hoher Temperatur gebrannt werden. Bei diesen letzteren
Emailgattungen ist die Durchsichtigkeit nicht immer vollkommen.
Das zum Verzieren der Thonwaaren dienende Email wird zuweilen
auf das Biscuit aufgetragen, wie z. B. das Email von Ruhelles; zuweilen
auf die fertige Waare, wie z. B. die türkis- und rosafarbenen
Grundirungen auf weichem Porzellan.
Es wird dann bei Temperaturen gebrannt, welche wenig von
derjenigen verschieden sind, bei welcher man die Glasur der Zusammengesetz«
Thonwaare einbrennt. In anderen Fällen wird das
Email auf die zusammengesetzte Thonwaare aufgetragen und bei viel
niedrigeren Temperaturen gebrannt, als zum Schmelzen der Glasur
nothwendig wären. Bei diesen kann daher die Glasur nicht weich
werden. Diess ist der Fall bei den meisten Farben, welche man in
China zur Verzierung gemalter und vergoldeter Porzellan-Gegenstände
anwendet.
Farben.
Die Farben unterscheiden sich von den Emailarten dadurch,
dass sie aus einer Mischung von Glasfluss und färbendem Principe
bestehen.
Der Glasfluss hat hiebei gewöhnlich den doppelten Zweck :
einerseits die Farbe an der Thonwaare haften zu machen, und.
andererseits nach dem Brennen die gleiche Wirkung hervorzubringen,
wie der Firniss bei der Oelmalerei, nämlich die Farbe lebhafter
zu machen.