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Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

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besondere  Vorsicht,  erfordern  die  Schattirungen,  welche  leicht  trocken
nnd  unscheinlich  werden,  wenn  inan  selbst  eine  normal  zusammengesetzte ­
  Farbe  in  zu  dicken  Schichten  aufträgt.  Man  muss  hier  aber
zwei  Uebelständen  zu  begegnen  suchen,  einerseits  zu  leichter  Vergänglichkeit, ­
  andererseits  zu  geringer  Schmelzbarkeit  der  Farben.  Es
ist  hier  gerade  so,  wie  bei  den  Farben  für  hartes  Porzellan;  sind
diese  zu  leichtflüssig,  so  lösen  sie  sich  ab,  sind  sie  zu  strengflüssig,
so  fallen  die  lichten  Stellen  zu  matt  aus.
In  einer  ausgezeichneten  Abhandlung,  welche  Brogniart  1800
in  den  Annales  des  mines  publicirt  hat,  hebt  derselbe  die  bemerkenswerthe
  Einwirkung  des  Bleioxydes  auf  gewisse  Oxyde,  namentlich  auf
Eisenoxyd  hervor;  bei  Gelegenheit  der  durch  Eisenoxyd  erhaltenen
rothen  Farben  werden  wir  auf  diesen  Gegenstand  zurückkommen.
Salve  tat  schlägt  die  folgenden  Methoden  zur  Bereitung  der
Farben  vor:  Man  kann  entweder  die  Mischung  aus  färbendem  Princip
und  Flussmittel  als  Ganzes,  oder  Flussmittel  und  färbende  Oxyde  für
sich  betrachten.  Die  letztere  Art  der  Betrachtung  bietet  mancherlei
Vortheile.
Flussmittel.
Man  weiss,  dass  nicht  alle  zur  Porzellanmalerei  geeigneten
Oxyde  durch  dasselbe  Flussmittel  fixirt  werden  können.  Ihre  Zusammensetzung ­
  muss  selbstverständlich  so  sein,  dass  sie  keine  zersetzende ­
  Wirkung  auf  die  färbenden  Oxyde  ausüben.  Man  sollte
meinen,  dass  dies  bei  den  Farben  für  Paste  auch  so  sein  müsste,
indessen  haben  wiederholte  Versuche  Folgendes  ergeben:
Die  Einwirkung  des  Feuers  sowohl  während  des  allmäligen
Steigerns  der  Temperatur,  als  während  des  langsamen  Auskühlens  der
eingebrannten  Malereien,  hat  eine  theilweise  Veränderung  der  Oxyde
zur  Folge,  besonders  wenn  man,  wie  dies  beim  Einbrennen  der
Malerei  sur  pate  geschieht,  rasch  erhitzt  und  abkühlt.
Die  Zusammensetzung  der  Glasur,  auf  welche  man  bei  dem
harten  Porzellan  malt,  vielleicht  die  Gegenwart  von  Thonerde,  bewirkt
gewisse  Veränderungen,  welche  nicht  eintreten,  wenn  man  z.  B.  auf
Glas  malt.
Gestützt  auf  diese  Beobachtungen,  konnte  man  die  Zahl  der
erforderlichen  Flussmittel  vermindern.  Salve  tat  hat  alle  für  hartes
Porzellan  verwendbaren  Farbentöne  auch  hier  hervorgebracht,  ohne
anderer  Flussmittel  zu  bedürfen  als  der  zwei  folgenden.  Wir  wollen
sie  mit  Nr.  1  und  2  bezeichnen.
Ihre  Zusammensetzung  ist  folgende:
Flussmittel  Nr.  1.

Sand  200
Minium  500
geschmolzener  Borax  75
            
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