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MAK

Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

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Das  Schmelzen  und  Ausgiessen  geschieht  gerade  so  wie  bei
der  Bereitung  des  Flussmittels  für  Grau  für  hartes  Porzellan.  Indessen ­
  ist  man  hier  nicht  genöthigt,  mit  kleinen  Mengen  zu  arbeiten,
weil  man  weniger  zu  fürchten  braucht,  dass  die  Farbe  sich  ablöst.
Im  Grunde  genommen  ist  dieses  Flussmittel  jenem  für  Grau  ganz
ähnlich,  nur  enthält  es  weniger  Blei  und  Borax.  Dasselbe  wird  zur
Bereitung  der  blauen,  grünen,  gelben,  rothen,  braunen,  sowie  der
eisenhaltigen  und  goldhaltigen  violetten  Farben  verwendet.  Es  ist
also,  wie  man  sieht,  ein  allgemeines  Flussmittel.  Bloss  Purpur  und
Carmin,  welche  ein  viel  weniger  bleihaltiges  Flussmittel  erfordern,
machen  eine  Ausnahme.
Flussmittel  Nr.  2.
Das  Flussmittel  für  Purpur  und  Carmin  bestellt  aus:

Sand  400
Minium  300
Borax  600

Die  zerriebenen  Bestandteile  werden  gemischt  und  dann  geschmolzen. ­

Dieses  Flussmittel  unterscheidet  sich  von  jenem,  dessen  man
sich  bei  denselben  Farben  für  hartes  Porzellan  bedient,  dadurch,  dass
es  etwas  mehr  Blei  und  etwas  weniger  Borax  enthält.
Färbende  Substanzen.
Die  färbenden  Substanzen,  welche  sich  zu  verglasbaren  Malereien ­
  verwenden  lassen,  können  nur  Metalloxyde  oder  solche  Salze
sein,  die  sich  bei  der  zum  Fixiren  der  Farben  erforderlichen  hohen
Temperatur  nicht  zersetzen.  Die  Anzahl  der  verwendbaren  Oxyde
ist  gross,  jene  der  Salze  sehr  beschränkt.  Die  Bedingungen,  welchen
sie  entsprechen  müssen,  wurden  bereits  früher  angegeben.
Wir  bringen  hier  nur  in  Erinnerung,  dass  in  den  meisten  Fällen
das  Oxyd  und  das  Flussmittel  bloss  miteinander  mechanisch  gemengt
sind.  Nur  bei  einigen  Farben,  deren  Nuance  eine  andere  ist,  als
jene  des  färbenden  Oxydes,  lässt  sich  das  Gegentlieil  behaupten.
Man  muss  dann  annehmen,  dass  die  Nuance  von  der  Bildung  eines
Salzes,  gewöhnlich  einer  kieselsauren  oder  borsauren  Verbindung  des
Oxydes,  herrührt.  Dies  gilt  z.  B.  von  dem  Kupfer-  und  Kobaltoxyd.
Die  so  gebildeten  Silicate  können  direct  mit  dem  Flussmittel
vereinigt  werden.
Wir  wollen  nun  einige  Worte  über  die  Doppeloxyde  sagen,
welche  in  den  letzten  Jahren  die  Zahl  der  Farben  sehr  vermehrt
haben  und  eine  Menge  von  lebhaften  und  reinen  Nuancen  liefern,
die  man  früher  nicht  kannte.  Salvetat  glaubt  annehmen  zu  können,
dass  die  Metalloxyde  eine  Art  Verbindung  mit  einander  eingehen,  und
dass  man  sich  hier  auf  dieselben  Gründe  stützen  kann,  welche  geltend
            
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