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das Filter auf einer Glastafcl aus und bringt mit Hilfe eines Hpatcls den
Niederschlag in ein gut schliessendes Gefäss unter Wasser.
Der so bereitete Goldpurpur liefert je nach der Art des zugesetzten
Flussmittels und der Menge des Chlorsilbers entweder Purpur, Carmin
oder Violett. Niederschläge, welche ein violettes Aussehen besitzen,
muss man für Violett, solche von der Farbe der Zwiebelschalen für Purpur
und Carmin verwenden.
Blau. Kobaltoxyd giebt nur in Glasflüssen gelöst oder mit Thonerde
verbunden blaue Farben, als Silicat und Borosilicat wird es um so
intensiver blau, je mehr von ihm vorhanden ist. Einige Tausendstel
Kobaltoxyd genügen schon, um kalkhaltige Glasur merklich blau zu
färben. Das von Salvetat für Azurblau bereitete Kobaltsilicat enthält
Zinkoxyd, welches letztere verhindert, dass schwarze Töne erscheinen.
Man schmilzt zu diesem Zwecke bei starkem Feuer:
Zinkblumen. 8
rohes Kobaltoxyd 4
Flussmittel für Grau 20
Die zerstossene Schmelze ist schwärzlich-blau und zwar matt, wenn
man plötzlich abkiihlt, dagegen rein und tief-blau, wenn man noch etwas
Flussrpittel zusetzt. Diese Masse ist zugleich die Grundlage aller blauen
Farben für hartes Porzellan; diese sind je nach der Menge des zugesetzten
Flussmittels: Halb-Seharffeucr-Blau, Azurblau, Türkisblau von
Sevres und hartes oder weiches Himmelblau. Das in Rede stehende
Flussmittel für Grau ist das unter dem Namen Rocaille bekannte und
wird hier nochmals mit Borax geschmolzen; es wird wie zu Farben für
hartes Porzellan zusammengesetzt aus:
Minium 600
Sand . . 200
geschmolzenem Borax 100
W e i s s. Das Weiss besteht aus Glas, welches durch Zinnoxyd
undurchsichtig gemacht wird. Die Präparate, welche das Zinn in der
für weisses Email geeignetsten Weise enthalten, nennt man Calcines.
Man bereitet zwei Sorten, deren eine sehr schwer, die andere sehr leicht
schmelzbar ist.
Man nimmt für:
Nr. 1 Nr. 2
Metallisches Blei 100 100
do. Zinn 20 100
beide Metalle bringt man in einen Herd und schmilzt; die Oberfläche
bedeckt sich zunächst mit einer dunklen Oxydhaut, welche nach und
nach in ein gelbliches Pulver übergeht, das um so heller ist, je mehr
Zinnoxyd vorhanden ist. Man unterbricht die Caleination, wenn in der
Masse keine Funken mehr entstehen. Um das Zurückbleiben von kleinen
Metalltheilchen zu verhindern, ist es gut, die Calci ne zu zerstossen und
ein zweitesmal bei der Rothgluth zu erhitzen.