In gewissen Fällen wendet inan jedoch absichtlich nur eine
geringe Menge von Glasfluss an, nämlich gerade nur so viel, als nöthig
ist, damit die Farbe an dem gemalten Gengenstande hafte. Diess
geschieht, wenn man matte Farben erhalten will.
Die Farben werden gewöhnlich bei zusammengesetzten Thonwaaren
angewendet, indessen macht man oft auch bei einfachen
davon Gebrauch, besonders’ wenn es sich um matte Malerei handelt.
Die Temperatur, bei der sie gebrannt werden, variirt mit der Art
der zu malenden Waare. Wir werden später sehen, dass man die
Farben dem entsprechend zusammensetzen muss.
Metalle.
Man hat bei der Ausschmückung der Thonwaaren den Werth
und die Unveränderlichkeit der edlen Metalle vielfach benützt. Das
Gold, das Platin und das Silber, einzeln oder zuweilen vereinigt
angewendet, geben Verzierungen von grosser Abwechslung und sehr
schöner Wirkung. Es versteht sich, dass die besonderen Eigenschaften
dieser Stoffe nicht dieselben sein können, welche man von den früher
besprochenen Substanzen verlangt.
Es ist keineswegs nothwendig, dass die Metalle ein glasartiges
Aussehen erhalten, aber es ist unerlässlich, dass sie grossen Glanz
mit der vollkommensten Unveränderlichkeit durch Einflüsse der gewöhnlichen
atmosphärischen Luft vereinigen. Man bringt sie bald
im matten, bald im glänzenden Zustande in Anwendung. Um sie in
der letzteren Art zu erhalten, reibt man sie mit harten Körpern,
z. B. mit Stiften aus Achat oder Blutstein.
Sie sind jedoch in diesem Falle immer in einer gewissen
Dicke als unlöslicher Staub und Mehl angewendet, welche man auf
mechanischem oder chemischem Wege erzeugt.
Zuweilen, wenn man sparsam zu Werke gehen oder ein Irisiren
oder ein Spielen in zwei Farben erreichen will, trägt man die Metalle
nur in einer sehr dünnen Lage auf und erreicht dann diese Absicht
bei manchen sehr leicht, bei anderen nur schwer.
Es scheint vortheilhaft zu sein, in diesen Fällen nur mit öligen
Auflösungen der Metalle zu arbeiten; diese interessante Betrachtung,
auf welche wir später nochmals zurückkommen müssen, begründet
übrigens den Unterschied zwischen Metallen und Ltistres.
Lüstres.
Wir bezeichnen mit ,,Ltistres- 1 Metalle, welche auf der Glasur
in einer ganz dünnen Schichte aufgetragen werden, damit sie direct
durch das Feuer jenen Glanz erhalten, welchen ihnen bei Anwendung
stärkerer Schichten nur der Polirstahl zu geben vermag.
Die Lüstres müssen nicht immer durchsichtig sein; jene des
Platins z. B. sind es gar nicht.