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Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

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nicht  genug  Flussmittel  enthalten,  um  auch  in  flicken  Schichten  voll
ständig  zu  verglasen,  wo  der  Einfluss  der  Paste  auf  die  oberen
Schichten  nicht  mehr  zur  Geltung  kommen  kann.  Man  muss  überhaupt ­
  mit  der  Anwendung  dicker  Schichten  sehr  sparsam  umgehen,
wenn  man  jene  schöne  Glasur  erhalten  will,  welche  dem  weichen
Porzellan  und  dem  Email  ein  so  gefälliges  Aussehen  verleihen.
Praktische  Methoden  des  Emaillirens.
Das  Verfahren,  nach  welchem  man  die  eben  angegebenen  Compositionon
  auf  das  Email  oder  die  Paste  aufträgt,  richtet  sich  natürlich
nach  der  Zusammensetzung  der  verglasbaren  Masse  selbst.  Die
Farben,  welche  mit  dem  Ausdrucke  Paremail  bezeichnet  wurden,
werden  fein  gerieben,  mit  dem  Pinsel  aufgetragen  und  durch  gewöhnliche ­
  oder  ätherische  Oele  haftend  gemacht.  Wir  verweisen  in  dieser
Beziehung  auf  den  Artikel  „FarbenVerzierungen  auf  Thonwaaren“.
Diese  Methoden,  zu  deren  Anwendung  eine  grössere  Kunstfertigkeit ­
  gehört,  eignen  sich  nicht  für  das  durchsichtige  oder  undurchsichtige ­
  Email  im  engeren  Sinne  des  Wortes,  das  man  in  dickeren
Schichten  auftragen  muss,  um  den  gewünschten  Ton,  Glanz  und  die
nöthige  Glasur  zu  erhalten.  Man  schlägt  hier  schneller  zum  Ziele
führende  Wege  ein,  die  im  Folgenden  besprochen  werden  sollen.
Das  durchsichtige  oder  undurchsichtige  Email  wird  durch  Reiben  unter
Wasser  in  ein  nicht  zu  feines  Pulver  verwandelt;  allzu  feine  Pulver
liefern  nur  matte,  undurchsichtige  Farben,  indem  die  an  den  feinen
Pulvcrtheilchen  haftende  Luft  nicht  so  leicht  entweichen  kann.  Jedenfalls ­
  sind  Emails,  die  nicht  mit  dem  Pinsel  auf  Metall  aufgetragen
«erden,  mit  grosser  Sorgfalt  zu  zerkleinern;  es  geschieht  dies,  indem
man  die  feuchte  Masse  in  einen  Achatmörser  bringt  und  mit  einem
hölzernen  Hammer  auf  den  Pistill  schlägt,  um  die  Masse  nur  zu
zerbröckeln,  aber  nicht  zu  zerstäuben.  Die  verkleinerte  Masse  ist
mit  Salpetersäure  und  sodann  mit  Wasser  zur  Entfernung  aller  Unreinigkeiten ­
  zu  waschen.  Die  Emailleure  behaupten,  dass,  wenn  das
Waschen  mit  Säure  nicht  geschieht,  das  Email  aller  Klarheit  entbehrt;
das  Waschen  muss  vor  dem  Gebrauche  wiederholt  werden,  wenn  man
das  Email  längere  Zeit  unter  Wasser  stehen  gelassen  hat.  Wahrscheinlich ­
  hat  die  Säure  den  Zweck,  das  unter  dem  Einflüsse  der
Luft  und  Feuchtigkeit  durch  Zersetzung  der  Glasmasse  gebildete
kohlensaure  Blei  und  kohlensaure  Alkali  zu  entfernen  ;  blieben  diese
darin,  so  würde  beim  Brennen  Kohlensäure  in  kleinen  Bläschen  frei
werden,  welche  dem  fertigen  Email  ein  trübes  Aussehen  geben.
Die  zu  emaillirenden  Gegenstände  werden  durch  Kochen  mit
Pottasche  -  Lösung,  durch  Reiben  mit  heisser  Asche  gereinigt,  dann
mit  verdünnter  Schwefelsäure  und  endlich  mit  reinem  Wasser  gewaschen; ­
  man  trocknet  sorgfältig  ab,  wobei  man  vermeidet,  die
            
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