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Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

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Gegenstände  mit  den  blossen  Händen  zu  berühren,  und  wirft  sie  in
Sägespäne.
Das  angeriebene  Email  wird  mittelst  eines  Spatels  auf  die  betreffenden ­
  Stellen  aufgetragen;  das  Wasser,  womit  die  Emailmassc
durchdrungen  ist,  erleichtert  das  gleichförmige  Aufträgen.  Die  Feuchtigkeit ­
  lässt  man  von  einem  lockeren  Gewebe  aufsaugen,  das  man  an
einer  Stelle  mit  dem  aufgetragenen  Email  in  Berührung  bringt.
Hierauf  ebnet  man  mit  der  flachen  Seite  des  Spatels,  trocknet  an
der  Luft  und  bringt  in  die  Muffel  zum  Brennen.  Da  diese  erste
Schichte  sehr  uneben  erscheint,  weil  einzelne  Stellen  leer  bleiben,
während  an  anderen  sich  die  Masse  anhäuft,  so  muss  man  eine  zweite
Schichte  auftragen,  um  die  gansje  Oberfläche  auszugleichen.
Ein  gut  emaillirtes  Stück  darf  weder  Risse  noch  Blasen  zeigen;
man  muss  sowohl  vorhandene  Fehler  verbessern,  als  auch  solchen
Vorbeugen,  welche  im  Verlaufe  der  Arbeit  entstehen  können.  Zu
diesem  Zwecke  ist  der  Emaillcur  immer  versehen  mit  Schabeisen,
Feilen,  Grabsticheln  und  Pfriemen  aus  sehr  hartem  Stahl.  Er  sticht
die  Blasen  auf,  entfernt  die  Körner,  feilt  die  Erhöhungen  ab,  er
verstreicht  die  Risse  und  füllt  alle  Vertiefungen  mit  Emailpulver  aus,
worauf  das  Ganze  nochmals  gebrannt  werden  muss,  damit  die  ausgebesserten ­
  Stellen  mit  den  benachbarten  verschmelzen.
Sollen  grössere  ebene  Flächen  emaillirt  werden,  so  siebt  man
das  Emailpulver  entweder  auf  den  trockenen  oder  mit  einer  schwach
klebenden  Flüssigkeit  bestrichenen  Gegenstand.  Ein  solches  Klebemittel ­
  (Beize)  darf  in  der  Muffel  weder  schmelzen,  noch  schäumen,
und  muss  sich  vollständig  verflüchtigen.
Vor  dem  Einsetzen  in  die  Muffel  muss  der  mit  Email  überzogene ­
  Gegenstand  vollkommen  trocken  sein.  Die  Muffel  ist  so
bekannt,  dass  ihre  Beschreibung  hier  nicht  nötliig  erscheint,  ihre  Form
ändert  sich,  wenn  sehr  grosse  Gegenstände  gebrannt  werden  Rollen;
in  diesem  Falle  sieht  sie  wie  ein  liegender,  an  beiden  Enden  offener
llalbeylinder  aus,  die  vorn  und  hinten  angebrachten  Schuber  sind
durch  Hebel  und  Gegengewichte  nach  Bedürfniss  zu  öffnen  oder  zu
sebliossen;  diese  Anordnung  erlaubt,  die  Gegenstände  durch  eine
Oeffnung  einzuführen,  durch  die  andere  herauszuziehen.
Das  Transportiren  der  schweren  Gegenstände  zu  und  von  der
Muffel  geschieht  auf  Karren,  die  sich  auf  einer  auf  Rädern  befindlichen
Tafel  von  der  Höhe  der  Muffel  befinden.  Der  Karren  wird  in  die
Muffel  hineingeschoben,  die  aufgeladenen  Gegenstände  davon  entfernt
und  auf  der  andern  Seite  der  Muffel  läuft  der  leere  Karren  wieder
auf  eine  ähnliche  Tafel  heraus.  Die  Handhabung  der  Gegenstände
geschieht  mittelst  Zangen,  die  mit  Ketten  am  Plafond  des  Ateliers
befestigt  sind.  Die  Schuber  werden  während  des  Brennens  niedergelassen, ­
  die  Temperatur  wird  dadurch  durchaus  gleichförmig.
            
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