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Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

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Wir  wollen  nun  diese  zur  Verzierung  der  Thonwaaren  angewendeten ­
  Materialien  einzeln  näher  betrachten.
Wir  werden  ausführlicher,  als  wir  es  hei  der  Betrachtung  dieser
Substanzen  in  ihrer  Gesammtheit  thun  konnten,  angeben,  welche
Eigenschaften  jede  Gruppe  besitzen  muss,  welchen  Mängeln  sie  unterworfen ­
  ist  und  schliesslich  in  einigen  Beispielen  die  Mischungsverhältnisse ­
  angeben,  welche  man  bei  den  im  Handel  vorkommenden
Arten  von  Thonwaaren  zu  beobachten  pflegt.
Auch  werden  wir  ein  besonderes  Gewicht  auf  die  verschiedenen
Arten  der  Bereitung  und  Anwendung  dieser  Materialien  legen.

Metalloxyde.
Wir  haben  gesehen,  dass  der  Zweck  der  Metalloxyde  darin
besteht,  die  Thonmassen  zu  färben  oder  das  Hervorbringen  farbiger
Zeichnungen  unter  der  Glasur  zu  ermöglichen,  welche  nach  dem
Brennen  die  Eigenschaften  von  Glasfarben  annehmen,  nämlich  vollständige ­
  Unveränderlichkeit  und  gleichförmigen  Glanz.
Diese  Oxyde  und  einige  ihrer  Salze,  die  sich  ebenso  gut  anwenden ­
  lassen,  müssen  bestimmte  Eigenschaften  besitzen,  um  allgemein
brauchbar  zu  sein;  vor  Allem  dürfen  sie  nicht  zu  kostspielig  sein.
Wenn  weder  der  Thon  noch  der  Sand  von  Natur  aus  ein  färbendes ­
  Metalloxyd  enthält,  so  mischt  man  ein  solches  der  präparirten
Masse  bei,  -wodurch  natürlich  ihr  Werth  bedeutend  erhöht  wird.
Man  braucht  dagegen  den  Kostenpreis  weniger  in  Betracht  zu
ziehen,  wenn  bloss  unter  der  Glasur  gemalt  wird  und  die  Gegenstände
entweder  an  und  für  sich  werthvoll  sind,  oder  wenn  man  von  dem
Metalloxyde  wegen  seines  grossen  Tingirungsvermögens  nur  wenig
braucht.  Die  Metalloxyde  sind  bekanntlich  Verbindungen  der  Metalle
mit  Sauerstoff.  Manche  davon  werden  durch  reducirende  Körper  verändert, ­
  was  zu  berücksichtigen  ist,  denn  die  Reduction  der  Oxyde
kann  die  beabsichtigten  Farben  wesentlich  inodificiren;  manche  Niiancen
dagegen  sucht  man  gerade  durch  einen  Reductionsprocess  zu  erzielen.
Man  kann  mit  verschiedenen  Oxydationsstufen  desselben  Metalls
verschiedene  Färbungen  erzeugen,  unter  der  Bedingung,  dass  man
beim  Brennen  verschieden  zusammengesetzte  Gase  einwirken  lässt.
Wenn  man  z.  B.  der  Porzellanerde  V 6000  Chromoxyd  zusetzt,  so
•  erhält  man  unter  Anwendung  von  Oxydationsfeuer  eine  gelblich-grüne,
unter  Anwendung  von  Reductionsfeuer  eine  blaugrüne  Färbung.  Kleine
Mengen  von  Uranoxyd  verleihen  der  Thonmasse  im  Oxydationsfeuer
eine  gelbe,  im  Reductionsfeuer  eine  braune  oder  selbst  röthliche  Farbe.
Die  jetzt  als  Mittel  zum  Erzeugen  von  Farben  in  der  Thonwaaren-Industrie
  angewendeten  Oxyde  sind  folgende:
1.  die  Oxyde  des  Eisens.  Sie  liefern  je  nach  der  Temperatur
beim  Brennen,  gelb,  roth  oder  braun;
            
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