Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

7

2.  die  Oxyde  des  Mangans  geben  violett  oder  braun;
3.  die  Oxyde  des  Chroms  geben  gelbgrün  oder  blaugrün;
4.  die  Oxyde  des  Kobalts  —  blau;
5.  die  Oxyde  des  Urans  —  gelb  oder  braun;
6.  die  Oxyde  des  Goldes  —  rosa  oder  blaugrau;
7.  Platinoxyd  —  grau;
8.  Iridiumoxyd  —  grau  oder  schwarz.
Die  Färbung  der  gemeinen  Töpferwaare  und  des  gemeinen
Steinzeugs  rührt  von  dem  Eisenoxyd  her,  welches  in  dem  Thon  gewöhnlich ­
  enthalten  ist.
Das  feine  Steingut  überzieht  man  mit  einer  undurchsichtigen
Glasur,  um  diese  Färbung  zu  verdecken.  Eine  boraxhaltige  Glasur
löst  von  der  Oberfläche  des  feinen  Steinzeugs  einen  Theil  des  vorhandenen ­
  Eisenoxyds  auf,  wodurch  die  ursprüngliche  Farbe  modificirt
  wird.
Die  Oxyde  des  Mangans  finden  sich  in  den  natürlichen  Thonen
nur  in  sehr  geringer  Menge,  und  zwar  stets  in  Begleitung  von  Eisenoxyd. ­
  Beide  zusammen  ertheilen  der  fertigen  Thonwaare  die  braune
Färbung.  Man  könnte  ihre  Eigenschaft,  alkalische  Fritten  violett  zu
färben,  benützen,  um  rosenfarbenes  weiches  Porzellan  zu  erzielen.
Die  Oxyde  des  Chroms  mengt  man  in  grösserer  oder  geringerer
Menge  den  Thonarten  bei,  aus  denen  hartes  und  weiches  Porzellan
und  feines  Steingut  erzeugt  wird.  Die  gebrannten  Gegenstände  nehmen
nach  der  Quantität  des  Chromoxyds  eine  mehr  oder  weniger  intensivgrüne
  Farbe  an.
Es  ist  zu  bemerken,  dass  das  Chromoxyd  in  den  Thonerde-Silicaten
  unlöslich  ist,  und  dass  es  selbst  den  Thonen,  die  sonst  beim
Brennen  sehr  durchscheinend  werden,  diese  Eigenschaft  benimmt.
Durch  Beimengen  von  Chromoxyd  zu  Porzellanthonen  erhält  die  fertige
Waare  das  Aussehen  von  Steinzeug.
Kobaltoxyd  färbt  einen  eisenhaltigen  Thon  braun,  Eisenoxyd
und  Chromoxyd  zusammen  färben  röthlich  -  braun.  Weissem  Thon
verleiht  Kobaltoxyd  je  nach  der  Menge  eine  mehr  oder  weniger  intensive
blaue  Farbe.
Bei  den  alten  Wedgewood-Waaren  in  blau,  mit  erhabenen
weissen  Verzierungen,  ist  das  Kobaltoxyd  in  Anwendung  gebracht.
In  England  erzeugt  man  dem  weichen  Porzellan  ähnliche  Thonwaaren,
  welche  mit  Kobaltoxyd  und  einem  kleinen  Zusatz  von  Zinkoxyd ­
  ultramarinblau  gefärbt  werden.  Das  Zinkoxyd  hat  hier  den
Zweck,  die  dem  Kobaltoxyd  eigenthümliche  violette  Nüance  zu  decken
und  in  reines  Ultramarinblau  zu  verwandeln;  in  diesem  Falle  ist  es
unerlässlich,  die  Mischung  von  Feldspath,  Kobaltoxyd  und  Zinkoxyd,
welche  eben  die  ultramarinblaue  Farbe  hervorbringt,  vorher  zu  fritten.
Beim  Einbrennen  einer  so  zusammengesetzten  Farbe  ist  es
wichtig,  darauf  zu  achten,  dass  stets  nur  Oxydationsfeuer  vorhanden
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.