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MAK

Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

('hlorplatinlösung  befeuchtet.  Man  frittet  und  pulvert  aufs  Neue.
Durch  diesen  einfachen  Kunstgriff  lässt  sich  verhindern,  dass  sich
das  schwere  Platinpulver  zu  Boden  setzt,  was  besonders  geschehen
würde,  wenn  die  Thonmasse  durch  Giessen  geformt  werden  soll.
Das  vom  Platin  Gesagte  gilt  auch  für  das  Iridium.  Diese  Art
der  Beimischung  wäre  auch  zu  empfehlen  bei  anderen  mineralischen
Stoffen  von  bedeutendem  specifischen  Gewichte,  wie  z.  B.  beim  Wolfram, ­
  der  Pechblende,  dem  Rutil  u.  s.  w.
Es  wurde  gezeigt,  dass  die  Oxyde  zumeist  mit  der  Thonmasse
gemengt  in  Anwendung  kommen.  Wenn  dieselben  aber  sehr  kostspielig ­
  sind,  so  überzieht  man  die  Gegenstände  vor  oder  nach  dem
Brennen  nur  an  der  Oberfläche.  Man  wendet  die  Oxyde  im  reinen
Zustande  an,  besonders  wenn  sie  sich  bei  dem  ersten  Brennen  fixiren.
Man  setzt  zuweilen  etwas  Glasfluss  zu,  damit  sie  besser  an  der  Oberfläche ­
  haften.  Das  Eintauchen  in  die  Glasurmasse  verwischt  sie  nicht.
Hieraus  ergeben  sich  zwei  verschiedene  Methoden  ihrer  Anwendung. ­

Wenn  die  Oxyde  dem  Thon  von  Natur  aus  beigemengt  sind,
wie  z.  B.  die  Oxyde  des  Eisens  und  Mangans,  verkleinert  und  mischt
man  einfach  die  Masse  in  den  entsprechenden  Apparaten  mit  mehr
oder  weniger  Sorgfalt,  je  nach  der  Qualität  des  zu  erzielenden
Productes.
Sind  die  Oxyde  dem  Thon  nicht  natürlich  beigemengt,  so  werden
sie  für  sich  präparirt,  indem  man  sie  entweder  allein  oder  nach  dem
Fritten  mit  Sand  zu  Pulver  zerreibt  und  in  den  Pulverisir-  oder
Schlemmvorrichtungen  der  Thonmasse  beimengt.
In  Fabriken,  wo  verschiedene  Farben  erzeugt  werden,  wie
z.  B.  in  England,  muss  eine  genügende  Anzahl  von  Mühlen  vorhanden
sein,  um  für  jede  Farbe  immer  eine  und  dieselbe  benützen  zu  können.
Um  eine  recht  innige  Mischung  zu  ex’zielen,  setzt  man  während
des  Zerkleinerns  die  ungefärbte  Masse  successive  zu,  bis  man  die
richtige  Mischung  erhalten  hat.  Man  vermeidet  dadurch  Flecken,
welche  bei  unvollständigem  Zerkleinern  und  Mischen  entstehen.
Die  gefärbten  Massen  werden  nach  dem  Kneten  ebenso  geformt,
wie  die  weissen  oder  von  Natur  aus  gefärbten.  Näheres  hierüber
findet  man  m  den  von  Salvetat  an  der  Ecole  centrale  des  arts  et
vnanufactures  gehaltenen  Vorlesungen.
Diese  Art  der  Färbung  ist  besonders  im  Gebrauch  in  England
zur  Erzeugung  von  gefärbten  Wedgewood-,  und  in  Sevres  besonders
zur  Herstellung  von  seladonfarbigen  Waaren.  Man  bat  dort  auch
Versuche  gemacht,  die  Thonmasse  durch  Fritten  zu  färben,  welche
kupfer-,  chrom-  oder  goldhaltig  sind.  Es  ist  klar,  dass  diese  Methode
sich  nicht  eignet,  um  Zeichnungen  auf  Thonwaaren  anzubringen.
Es  wurden  Versuche  angestellt,  um  durch  eine  Art  oberflächlicher
Färbung  die  Oxyde  in  das  Innere  der  Masse  zu  bringen.  Wenn  es
            
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