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Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

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verdampft  ist,  nicht  haften,  wenn  man  die  Glasurmasse  durch  Begiessen
oder  Eintauchen  aufträgt.
Bei  der  Wahl  und  Bereitung  der  Oxyde  muss  man  natürlich
auf  .die  Temperatur  Rücksicht  nehmen,  hei  welcher  die  Thonwaare
und  deren  Glasur  gebrannt  wird.
Es  ist  natürlich,  dass  man  Oxyde,  welche  sich  in  der  Glasur
auflösen  und  dadurch  entfärben,  nicht  anwenden  kann  und  die  Natur
der  zu  bemalenden  Thonwaaren  nicht  aus  dem  Auge  verlieren  darf.
Das  antimonsaure  Blei  z.  B.  würde  auf  Porzellan,  welches  in
scharfem  Feuer  gebrannt  wurde,  keine  Spur  zurücklassen,  während
das  Kobaltoxyd  für  jede  Art  Thonwaare  verwendbar  ist,  indem  es
selbst  hei  den  höchsten  Temperaturen  durch  Glasflüsse  nicht  verändert
wird.  Gleichwohl  werden  die,  damit  erzeugten  Zeichnungen  schärfer,
wenn  man  mässiges  Feuer  anwendet.
Auf  bereits  gebranntes  Porzellan  malt  man  gewöhnlich  aus  freier
Hand.  Die  Farben  können  aber  auch  aufgedruckt  werden.  Dieses
Verfahren,  welches  bereits  1751  in  Worcester  brauchbare  Resultate
lieferte,  erfuhr  in  Frankreich  1806  eine  bedeutende  Vervollkommnung.
Man  wendet  das  Bedrucken  in  England  ausschliesslich  bei
glasirtem  feinem  Steinzeug  an  und  in  Frankreich  bei  ähnlichen  Thonwaaren, ­
  welche  in  Greil,  Saneguemines,  Bordeaux  und  Montereau  in
sehr  vollendeter  Weise  erzeugt  werden.
Auf  eine  Platte  von  Stahl,  Kupfer  oder  Messing  gravirt  oder
ätzt  man  die  Zeichnung  ein  und  überträgt  sie  von  da  auf  Papier.
Der  mit  einer  fetten  Farbe  erzeugte  Abdruck  löst  sich  von  dem
Papier  ab,  wenn  dasselbe  auf  der  Rückseite  mit  Wasser  befeuchtet  wird.
Indem  man  mit  einer  Rolle  das  bedruckte  Papier  auf  den  Gegenstand ­
  drückt,  gelangt  die  Zeichnung  auf  den  Thon;  man  trocknet  vor
dem  Glasiren  die  Farbe  in  der  Muffel  ein.
Die  Muffel  ist  entweder  aus  feuerfestem  Thon  oder  aus  Eisen.
Sie  steht  auf  einem  Herde  über  einem  Aschenfall;  der  Rost  besteht
aus  Stäben,  welche  je  nach  der  Höhe  der  Muffel  mehr  oder  weniger
weit  auseinander  liegen.  Die  Verbrennungsproducte  entweichen  durch
einen  Kamin.  Ein  durchlöchertes  Gewölbe  vertheilt  die  Flamme  und
regulirt  den  Zug.
Man  brennt  rasch  und  lässt  während  dem  die  Luft  durch  eine
in  der  Vorderwand  angebrachte  Röhre  in  die  Muffel  eintreten.  Die
Muffel  wird  vor  dem  Brennen  zugemauert.
Alle  blauen,  braunen,  schwarzen  und  rosafarbenen  Zeichnungen
können  nach  dieser  Methode  auf  Steingut  und  Porzellan  eingebrannt
werden.
Wir  übergehen  die  Präparation  der  färbenden  Metalloxyde  und
beschränken  uns  diessbeziiglich  darauf,  das  Nöthige  für  die  Pink-Farbe
der  Engländer  anzugeben.  Das  Princip  dieser  merkwürdigen  rothen
            
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