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bemalte Stellen finden, über welchen gewisse Theile, wie z. B. Henkel
an Theekannen, angebracht sind. Diese letzteren Theile konnten aber
offenbar nur angeklebt worden sein, so lange die Thonmasse nicht
gebrannt war. Zu Sevres bemalt man auf diese Art die Porzellan-Gegenstände,
wenn dieselben bereits schwach gebrannt, aber noch porös
sind und Wasser aufsaugen. Um die schädliche Wirkung der Poren
aufzuheben, füllt man dieselben aus, indem man die Gegenstände an
den zu bemalenden Stellen mit einer dünnen Firnissschichte überzieht
und dieselbe eintrocknen lässt. Die Firnissschichte muss äusserst
dünn sein, damit bei der Zersetzung im Feuer sich die Farbe nicht
vor oder während des Glasirens ablöse. Man malt auf diese Firnissschichte
nur ganz leicht hin, damit die Malereien recht zart und nett
ausfalleu. Die dazu verwendete blaue Farbe besteht aus einem
Gemenge gleicher Theile von englischem Kobaltoxyd und Quarzsand,
welche man fein reibt und sorgfältig mischt, im Uebrigen wie alle
anderen Farben anwendet.
Nach dem Malen lässt man trocknen und vertreibt in der
Muffel den Firniss, damit die Glasur an allen Stellen gleichförmig
anschmelzen kann.
Die Gegenstände müssen im Scharffeuer gebrannt werden, sie
werden in Kapseln gebracht und mit dem übrigen zu brennenden
Porzellan eingesetzt.
Unter genauer Einhaltung dieser Bedingungen geht die Malerei,
welche schwarz aufgetragen wurde, in einem sehr schönen, gleichförmig
glasirten Blau aus dem Ofen hervor. Unser Blau ist gegen
das chinesische blasser, wolkiger und überhaupt weniger schön.
Dieser Umstand lässt sich so erklären, dass einerseits das chinesische
Porzellan bei geringerem Feuer gebrannt wird, andererseits zum Färben
ein eigenthümliches kobalthaltiges Mineral verwendet wird, welches
Kobaltoxyd enthält und in China, tlising-hoa-liao genannt wird.
Einige interessante Gegenstände aus der Fabrik von Haidinger in
Ellbogen, welche 1851 in London ausgestellt waren, haben gezeigt,
dass man mit grossem Vortheil die blaue Malerei anwenden und
durch dieselbe noch ganz neue Effecte erzielen könne.
Das Musee ceramique zu Sevres hat mehrere Stücke aus dieser
Fabrik angekauft, welche sehr gelungen sind. Sie sind blau bemalt
und das Muster ist durch Anwendung von Vergoldung und Muffelfarben
gehoben.
Viele alte Fayence - Gegenstände persischen oder arabischen
Ursprungs sind unter der Glasur auf ähnliche Weise bemalt, wie
man Linien oder Flächen mit Kobaltoxyd, Kupferoxyd, Chromoxyd,
Chromeisenstein, Antimongelb u. s. w. anbringt.
Die schmelzende Glasur löst die genannten Körper auf, dadurch
wird dem bemalten Gegenstände ein prächtiges Aussehen verliehen,
das sich vollständig nachahmen lässt.