19
Diese Schwierigkeit wäre jedoch beinahe verschwindend klein,
selbst wenn man es mit Oxyden von sehr grosser Dichte zu thun
hätte, wenn man die Glasur mit dem Pinsel oder durch Bestreuen
mittelst eines passend gewählten Siebes auftragen würde.
Wir werden sogleich sehen, dass es um so leichter ist, mannigfaltig
gefärbtes Email zu erhalten, wenn man die glasirte Thonwaare
bei niedrigeren Temperaturen brennt. Auch sieht man, dass, während
Steingut und weiches Porzellan sehr wechselnde Färbungen zeigen,
hartes Porzellan nur eine sehr beschränkte Anwendung der Malerei
zulässt.
Wir werden unterscheiden:
1. schmelzbares Email für Grundirungen;
2. hartes Email für Grundirungen;
3. schmelzbares Email zum Malen.
A. Der Schmelzpunkt der verschiedenen Arten von Email ist
sehr verschieden; er ist niedrig bei denjenigen, welche man auf das
Biscuit aufträgt, weil diese in grosser Menge Bleioxyd enthalten. Ein
Bleiglas ist die Grundlage der farbigen Emailsorten, mit denen man
das Biscuit überzieht, um ihm jenen Glanz und jene Glätte zu verleihen,
welche die gewöhnlichen Porzellansorten durch die Glasur
erhalten. Man mischt es, um es zu diesem Zwecke zu färben, durch
eine vorläufige Schmelzung mit verschiedenen Oxyden, deren Zahl
sehr beschränkt ist, und welche beinahe dieselben sind, deren man
sich in dei Glasfabrikation bedient, um gefärbtes Glas zu erzeugen.
Das Kupferoxyd liefert grüne Farben, Manganoxyd allein gibt
Violett, in Verbindung mit Eisenoxyd färbt es braun; Kobaltoxyd
bewirkt blaue Färbung, Antimon als antimonsaures Kali ertheilt dem
durch Kupferoxyd entstandenen Grün eine gelbliche Nüance, vereinigt
mit einer nothwendigen Undurchsichtigkeit.
Dunkelbraun und Schwarz erhält man durch Manganoxyd ohne
Beimischung. Man trägt es bald direct auf das Biscuit auf, um es
später je nach Umständen mit braunem, grünem oder blauem Email
zu überdecken, bald mit jenem Email vermischt, welches der angestrebten
Farbe entspricht. Die Mischung geschieht ohne Zuhilfenahme
einer Wage, blos nach dem Augenmasse auf einer Palette mit
bemerkenswerther Sicherheit.
Das Email wird mit Wasser zerrieben, dann mit dünnflüssigem
Terpentinöl in ziemlicher Dicke aufgetragen. Man muss sieh jedoch
hüten, eine zu dicke Schichte aufzulegen, weil diese zu schwarz
werden und die Details der Sculptur verwischen würde.
Die Farben werden eben aufgelegt, sie bieten aber gleichwohl
Licht und Schatten dar, indem sich der Schatten durch Zusammenlaufen
des Emails an den abschüssigen Stellen bildet. Sie verhalten
sich dann wie schattirtes Email.
2*