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Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

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Diese  Schwierigkeit  wäre  jedoch  beinahe  verschwindend  klein,
selbst  wenn  man  es  mit  Oxyden  von  sehr  grosser  Dichte  zu  thun
hätte,  wenn  man  die  Glasur  mit  dem  Pinsel  oder  durch  Bestreuen
mittelst  eines  passend  gewählten  Siebes  auftragen  würde.
Wir  werden  sogleich  sehen,  dass  es  um  so  leichter  ist,  mannigfaltig ­
  gefärbtes  Email  zu  erhalten,  wenn  man  die  glasirte  Thonwaare
bei  niedrigeren  Temperaturen  brennt.  Auch  sieht  man,  dass,  während
Steingut  und  weiches  Porzellan  sehr  wechselnde  Färbungen  zeigen,
hartes  Porzellan  nur  eine  sehr  beschränkte  Anwendung  der  Malerei
zulässt.
Wir  werden  unterscheiden:
1.  schmelzbares  Email  für  Grundirungen;
2.  hartes  Email  für  Grundirungen;
3.  schmelzbares  Email  zum  Malen.
A.  Der  Schmelzpunkt  der  verschiedenen  Arten  von  Email  ist
sehr  verschieden;  er  ist  niedrig  bei  denjenigen,  welche  man  auf  das
Biscuit  aufträgt,  weil  diese  in  grosser  Menge  Bleioxyd  enthalten.  Ein
Bleiglas  ist  die  Grundlage  der  farbigen  Emailsorten,  mit  denen  man
das  Biscuit  überzieht,  um  ihm  jenen  Glanz  und  jene  Glätte  zu  verleihen, ­
  welche  die  gewöhnlichen  Porzellansorten  durch  die  Glasur
erhalten.  Man  mischt  es,  um  es  zu  diesem  Zwecke  zu  färben,  durch
eine  vorläufige  Schmelzung  mit  verschiedenen  Oxyden,  deren  Zahl
sehr  beschränkt  ist,  und  welche  beinahe  dieselben  sind,  deren  man
sich  in  dei  Glasfabrikation  bedient,  um  gefärbtes  Glas  zu  erzeugen.
Das  Kupferoxyd  liefert  grüne  Farben,  Manganoxyd  allein  gibt
Violett,  in  Verbindung  mit  Eisenoxyd  färbt  es  braun;  Kobaltoxyd
bewirkt  blaue  Färbung,  Antimon  als  antimonsaures  Kali  ertheilt  dem
durch  Kupferoxyd  entstandenen  Grün  eine  gelbliche  Nüance,  vereinigt
mit  einer  nothwendigen  Undurchsichtigkeit.
Dunkelbraun  und  Schwarz  erhält  man  durch  Manganoxyd  ohne
Beimischung.  Man  trägt  es  bald  direct  auf  das  Biscuit  auf,  um  es
später  je  nach  Umständen  mit  braunem,  grünem  oder  blauem  Email
zu  überdecken,  bald  mit  jenem  Email  vermischt,  welches  der  angestrebten ­
  Farbe  entspricht.  Die  Mischung  geschieht  ohne  Zuhilfenahme
einer  Wage,  blos  nach  dem  Augenmasse  auf  einer  Palette  mit
bemerkenswerther  Sicherheit.
Das  Email  wird  mit  Wasser  zerrieben,  dann  mit  dünnflüssigem
Terpentinöl  in  ziemlicher  Dicke  aufgetragen.  Man  muss  sieh  jedoch
hüten,  eine  zu  dicke  Schichte  aufzulegen,  weil  diese  zu  schwarz
werden  und  die  Details  der  Sculptur  verwischen  würde.
Die  Farben  werden  eben  aufgelegt,  sie  bieten  aber  gleichwohl
Licht  und  Schatten  dar,  indem  sich  der  Schatten  durch  Zusammenlaufen ­
  des  Emails  an  den  abschüssigen  Stellen  bildet.  Sie  verhalten
sich  dann  wie  schattirtes  Email.

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