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Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

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Glasur,  besonders  an  den  dickeren  Stellen,  eine  rosenrothe  Färbung,
deren  Ursache  noch  unbekannt  ist.
Auf  Terra  cotta  bleibt  das  Email  ohne  Risse  und  kann  ganz
wie  jede  andere  Glasur  angewendet  werden.  Man  kann  damit  auch
schattirtes  Email  erzeugen.  Das  schattirte  Email  ist  nur  eine  Modification
  der  mit  dem  Namen  Lithophanie  bezeichneten  Erfindung
Bourgoings.
Du  Tremblaye,  ehemals  Eigenthümer  der  Fabrik  von  Rubelles
bei  Melun  (Departement  Seine  et  Marne)  hat  daraus  den  grössten
Vortheil  gezogen,  indem  er  einen  neuen  Fabrikationszweig  gründete,
welcher  jedoch  nicht  jenen  Erfolg  hatte,  zu  dem  er  berufen  schien.
Die  Wirkung,  welche  schattirtes  Email  hervorbringt,  ist  gänzlich
unabhängig  von  der  Natur  der  Masse,  welche  man  damit  überzieht,
und  ausserdem  auch  unabhängig  von  der  Zusammensetzung  des
Emails  selbst.  Es  ist  dabei  nur  eine  theoretische  Bedingung  zu
erfüllen  Das  Email,  welches  sich  in  mehr  oder  weniger  vorspringenden
Reliefs  über  die  ganze  Grundmasse  verbreitet,  muss  in  der  ganzen
Masse  leicht  gefärbt  sein.  Man  kann  also  diese  Art  von  Verzierungen
bei  jeder  Gattung  von  Thonwaaren  in  Anwendung  bringen.
Wenn  der  Effect,  welchen  diese  Art  von  Verzierung  hervorbringt,
in  letzterer  Zeit  fast  nur  auf  Fayence  in  Anwendung  kam,  so  ist  es
darum  nicht  minder  wahr,  dass  auch  die  anderen  Fabrikationszweige
Beispiele  davon  geliefert  haben.  Um  nur  ein  Beispiel  anzuführen,
erinnere  ich  daran,  dass  verschiedene  Stücke  aus  China  mit  seladongrüner
  Grundirung  sehr  mannigfaltige  Zeichnungen  darbieten.  Sie
werden  einfach  hergestellt,  indem  man  absichtlich  gelassene  Vertiefungen
mit  einer  leichtgefärbten  Glasur  überzieht.
Herr  Tr  ela  t,  Professor  am  Conservatorium  für  Künste  und  Gewerbe, ­
  im  Jahre  1843  Director  der  Fabrik  in  Rubelles,  hat  in  einer
Notiz  .(eingesendet  in  das  Bulletin  der  Societe  d’encouragement,
42.  Jahrgang,  Seite  469)  die  Schwierigkeiten  kennen  gelehrt,  welchen
die  Anwendung  des  schattirten  Emails  auf  gewöhnliche  Fayence
unterliegt.
Der  grösste  Uebelstand  liegt  in  dem  Springen  in  Folge  der
grossen  Dicke  der  Glasurmasse,  welche  sich  in  den  Vertiefungen
ansammelt.
Die  anderen  Mängel,  welche  dem  schattirten  Email  anhängen,
welches  auch  das  Material  der  Masse  und  die  Beschaffenheit  der
(durchsichtigen  oder  undurchsichtigen)  Glasur  sei,  sind  die  herabrinnenden ­
  Tropfen,  der  Mangel  an  Horizontalität  während  des  Brennens,
und  die  Reduction  der  färbenden  Metalloxyde  im  Oien.
Die  herabrinnenden  Tropfen,  welche  die  Reinheit  der  Zeichnung
durch  Verrücken  der  Lichter  und  Schatten  beeinträchtigen,  haben
ihren  Grund  darin,  dass  sich  die  Masse  beim  Trocknen  wirft.  Man
            
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