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sischen Malers genommen hatte. Die Zusätze mussten schon gemacht
sein, und es liess sieh nachweisen, dass das Bleioxyd meistens in
sehr kleinen Mengen zugefügt war, wenn nicht etwa die durch die
Analyse nachgewiesene Quantität von einer beginnenden Zersetzung
beim Keiben herrührt.
In Europa erzeugt man die Farben zum Malen auf hartem
Porzellan durch Zusammenmischen von gewissen Oxyden mit Flussmitteln.
Wir haben eben gesehen, dass die chinesischen Farben sowohl
in Bezug auf die Bestandteile des Flussmittels als in Betracht der
angewendeten Quantitäten von färbender Substanz wesentlich anders
zusammengesetzt sind. Ein ebenso bedeutender Unterschied stellt sich
heraus, wenn man den Zustand in’s Auge fasst, in welchem das färbende
Princip in den beiden Farbengattungen enthalten ist. Dieselben
lassen sich überhaupt nicht miteinander vergleichen, wenn man eine
Parallele zwischen den in beiden Fällen als färbendes Princip verwendeten
Substanzen ziehen will
Wir haben gesehen, dass die von den Chinesen angewandten
Oxyde sich beschränken auf Kupferoxyd, Gold, Antimon, Arsenik,
Zinn und unreines Kobaltoxyd, welches bald Schwarz, bald Blau
liefert, und auf Eisenoxyd, welches eine rothe Nuance gibt. Wir
werden sehen, dass man in Europa ausser den eben angeführten noch
andere, den Chinesen unbekannte Substanzen mit Vortheil anwendet.
Man modificirt die Farbe des reinen Kobaltoxydes, indem man es
mit Zinkoxyd und Thonerde, zuweilen auch mit Thonerde und Chrom-Oxyd
combinirt. Das Eisenoxyd liefert zehn verschiedene Nüancen,
vom Orange bis zum dunkelsten Violett. Durch Anwendung verschiedener
Mengen von Eisenoxyd, Zink-, Kobalt- und Nickeloxyd
erhält man lichte, dunkle, gelbe und braune Ockerfarben.
Braun wird hervorgebracht, indem man der für Ocker bereiteten
Mischung mehr Kobaltoxyd beimischt. Die gelben Farben werden
durch Zusatz von Zink- oder Zinnoxyd lichter und durch Eisenoxyd
dunkler gemacht. Chromoxyd für sich oder in Verbindung mit
Kobaltoxyd allein oder auch mit Kobalt- und Zinkoxyd giebt gelblichund
Blaugrün, in Abstufungen vom reinen Grün bis zu beinahe
reinem Blau
Das metallische Gold liefert den Cassius’schen Goldpurpur,
welcher dann nach Belieben in Violett, Purpur oder Carmin übergeführt
werden kann. Ferner liefern noch Uranoxyd und die chromsauren
Salze des Eisens Bariums und Cadmiums brauchbare Farben,
und in neuester Zeit hat man gelernt, im Feuer nicht oxydirbare
Metalle zu verwenden. Die Bereitung derselben erfordert jedoch
chemische Kenntnisse, welche den Chinesen fehlen.
Alle diese Farbstoffe finden sich in den europäischen Farben
einfach beigemischt, in den chinesischen dagegen sind sie gelöst, und
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