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Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

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heissos  Fett  und  Schwefelwasserstoff,  der  sich  beim  Kochen  der  Eier
entwickelt  und  in  geringer  Menge  wohl  auch  in  der  atmosphärischen
Luft,  enthalten  sein  kann.
Einer  der  wichtigsten  Punkte  bei  den  Farben  scheint  deren
Ausdehnbarkeit  zu  sein  im  Vergleiche  mit  der  jener  Körper,  auf
welchen  sie  angebracht  werden.
Man  kann  die  Farben  nach  verschiedenen  Gesichtspunkten
eintheilen.  Am  besten  wird  man  denjenigen  wählen,  der  die  Unterschiede ­
  am  deutlichsten  hervortreten  lässt  und  in  diesem  Sinne
können  wir  zunächst  auf  den  Hitzegrad  reflectiren,  bei  dem  sie  gebrannt ­
  werden  müssen.
VY  ir  werden  darnach  die  Farben  eintheilen:  in  gewöhnliche
Muffel-  oder  weiche  Farben,  in  Halb-Scharffeuer-  oder  harte  Farben,
und  in  Scharffeuer-Farben.  Die  beiden  ersten  werden  auf  die  Glasur
aufgetragen,  die  dritten  werden  zugleich  mit  der  Glasur  gebrannt
und  müssen  daher  denselben  Hitzegrad,  wie  diese,  aushalten  können.
Die  Scharffeuer-Farben  sind  grösstentheils  Emails,  es  gibt  darunter ­
  nur  wenige  Farben  im  eigentlichen  Sinne  des  Wortes.
Während  die  Farben  der  beiden  ersten  genannten  Gruppen  in
ihrer  Zusammensetzung  wenig  verschieden  sind,  erfordern  die  Farben
der  dritten  Gruppe  eine  ganz  besondere  Zusammensetzung.
Bevor  wir  die  Farben  dieser  drei  Gruppen  und  ihre  Anwendung
bei  verschiedenen  Thonwaaren  näher  beschreiben,  müssen  wir  auf
die  Zubereitung  ihrer  Bestandtheile,  nämlich  der  Metalloxyde  und
Flussmittel,  eingehen.
Die  Brauchbarkeit  einer  Farbe  erfordert,  dass  die  dazu  verwendeten ­
  Oxyde  vollkommen  rein  und  die  Flussmittel  immer  gleichmassig
  zusammengesetzt  sind.
Bei  der  Darstellung  der  Farben  müssen  stets  dieselben  Substanzen, ­
  sowohl  in  Bezug  auf  chemische  Zusammensetzung,  als  auf
Verkeilung  zur  Verwendung  kommen;  der  letztere  Umstand  ist  für
die  Entwickelung  der  Farbe  im  Feuer  von  besonderer  Bedeutung.
Nur  ein  genaues  Studium  der  in  der  Thonwaaren-Malerei  angewendeten ­
  Oxyde  und  Flussmittel  führt  zum  Ziele,  macht  empirisches
Probiren  entbehrlich  und  liefert  die  Anhaltspunkte  zur  Aufstellung
brauchbarer  Farben-Recepte.
Wir  wollen  demgemäss  die  von  Dumas  und  Brogniart  aufgestellte ­
  Einteilung  in  Oxyde  und  Schmelzmittel  beibehalten,  auf  der
auch  unsere  Einkeilung  in  Farben  und  Emails  beruht.
Man  wendet  gewöhnlich,  wiewohl  unrichtig,  den  Namen  Glasurfarbe ­
  sowohl  für  die  Farbe  selbst,  als  ihr  Flussmittel  an,  indem  man
annimmt,  dass  die  beiden  beim  Schmelzen  sich  zu  einer  homogenen
Masse  vereinigen.  Ich  habe  schon  vor  langer  Zeit  bewiesen,  dass
dies  nur  für  gewisse  Fälle  gilt.  Kobaltoxyd  und  Kupferoxyd  färben
nur  als  Silicate  oder  Salze  überhaupt,  bei  den  andern  Farben  dagegen
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