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MAK

Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

Flussmitttel  Nr.  6.  Ftir  Roth  und  Blau.  Mau  schmilzt:

Minium  600
krystallisirte  Borsäure  300
Sand  100

Diese  Masse  ist  ziemlich  leicht  schmelzbar.
Manche  Praktiker  empfehlen,  die  Schmelzen  in’s  Wasser  zu
giessen,  dieser  Vorgang  kann  nur  schädlich  wirken,  das  Wasses  löst
etwas  Borax  auf,  wodurch  das  Flussmittel  natüi-lich  in  seiner  Zusammensetzung ­
  verändert  wird.
Es  ist  bereits  erwähnt  worden,  dass  nicht  alle  Oxyde  denselben
Hitzegrad  ertragen,  und  dass  darauf  sich  die  Unterscheidung  der
Glasurfarben  gründet.  Jene,  welche,  ohne  Veränderung  zu  erleiden,
die  zum  Brennen  der  verschiedenen  Glasuren  nöthige  Hitze  ertragen
können,  nennt  man  Scharffeuer-Farben;  ihre  Zahl  ist  um  so  geringer,
je  höher  die  Temperatur,  bei  der  die  Glasuren  gebrannt  werden
müssen.  Es  darf  nicht  übersehen  werden,  dass  viele  für  hartes
Porzellan  anwendbare  Farben,  wie:  das  Blau  von  Kobalt,  das  Grün
von  Chrom,  das  Braun  von  Eisen,  Mangan  oder  chromsaurem  Eisen,
das  Gelb  von  Titansäure,  das  Schwarz  von  Uran  vielmehr  Emails
oder  Oxyde,  als  Farben  im  engeren  Sinne  des  Wortes  sind.
Wir  müssen  auch  erwähnen,  dass  viele  Scharffeuer-Farben,  die
aber  bei  einer  niedern  Temperatur  auf  weichem  Porzellan  eingebrannt
werden,  wie  das  Violett,  Roth  und  Braun  von  Mangan,  Kupfer  und
Eisen,  welche  sich  auf  chinesischem  Porzellan  finden,  ebenfalls
Emails  sind.  Dasselbe  gilt  von  dem  auf  gewöhnlichen  und  feinen
Fayencen  angebrachten  Antimongelb,  Manganbraun,  Kupfergrün  und
Kobaltblau.
Die  Zahl  der  Scharffeuer-Farben  ist  also  eine  sehr  geringe,
wenn  man  nur  die  Farben  im  engeren  Sinne  betrachtet.  Von  den
Farben  im  engeren  Sinne  können  viele  keine  höhere  Temperatur
ertragen,  ohne  wesentliche  Veränderungen  zu  erleiden  und  müssen
daher  bei  einer  viel  niederem  Temperatur  geschmolzen  werden;  der
Schmelzpunkt  des  Silbers  liegt  über  dem  Maximum.  Man  nennt  sie
Muffel-Farben  bei  Porzellan  und  feiner  Fayence,  Reverberir-Farben
bei  emaillirter  Fayence;  die  letzteren  Farben  kann  man  in  allen
Nüancen  für  jede  Art  von  Malerei  und  Glasur  erhalten.
Die  Scharffeuer-Farben,  sowohl  Emails  als  Farben  im  engeren
Sinne  haben  vor  den  Muffelfarben  den  grossen  Vorzug,  dass  sie,  ohne
weich  zu  werden,  eine  Vergoldung  vertragen.  Auf  diese  Betrachtung
hin  hat  man  Versuche  angestellt,  deren  befriedigende  Resultate  den
Malern  eine  Zahl  neuer  Hilfsmittel  an  die  Hand  gegeben  hat,  nämlich
die  sogenannten  Halb-Scharffeuer-  oder  harten  Muffel-Farben.
Diese  Farben  lassen  sich  in  der  Muffel  einbrennen,  aber  bei
einer  viel  höheren  Temperatur,  als  die  gewöhnlichen  weichen  Muffel-Farben.
  Auf  diesen  Farben  kann  man  nach  dem  Brennen  noch
            
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