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Bezüglich der Anwendung lassen sich alle Farben von zwei
höchst wichtigen Gesichtspunkten betrachten:
1. In Bezug auf den Farbenton, nämlich auf die Nuance,
welche, nach dem Brennen auftreten soll; diese ist so viel als möglich
nahe schon vor dem Brande zu erreichen.
2. In Bezug auf die Eigenschaft, mit andern passenden Farben
Mischungen zu geben, welche im Feuer entweder den gewünschten
Farbenton beibehalten oder annehmen. Diese letztere Eigenschaft
hängt lediglich ab von der Reinheit der Substanzen, welche man
zur Mischung anwendet, ohne dieser Eigenschaft wäre es unmöglich,
Malereien von künstlerischem Werthe herzustellen. Hat man einmal
die Nuance kennen gelernt, welche eine bestimmte Mischung beim
Brennen innerhalb gewisser Temperaturgrenzen gegeben hat, so wird
der Chemiker, indem er reine Substanzen stets in dem bestimmten
Verhältnisse mengt, den Fabrikanten in die Lage setzen, beim Einhalten
der bestimmten Temperatur stets das gleiche, gewünschte
Resultat zu erzielen.
Die Farben müssen noch einer dritten, ebenso wichtigen Bedingung
Genüge leisten, sie müssen nämlich verglasen, ohne sich
abzulösen, wenn sie in der erforderlichen Dicke aufgetragen, der
zum Brennen nöthigen Temperatur ausgesetzt werden.
Die Fritte-Farben können durch verschiedene Zubereitung sehr
verschiedene Farbentöne geben; die letzteren hängen bekanntlich
nur von der Temperatur ab, die sich nur sehr schwer genau reguliren
lässt. Hat eine Farbe nicht die gewünschte Niiance erhalten,
so kann man dieselbe corrigiren, entweder durch Zugabe von
Farben, welche durch Mischung den gewünschten Ton hervorbringen
oder durch Zugabe von Farben nach demselben Recepte, welche im
entgegengesetzten Sinne misslungen sind. Das erste ist immer zu
verwerfen, wenn es sich darum handelt, eine für Mischungen geeignete
Farbe zu erzielen, und ist höchstens anwendbar für Grundir-Farben;
denn die so corrigirte Farbe verliert ihre eigenthümliche
Zusammensetzung, deren man sicher sein muss, um schöne Malereien
zu erzeugen. Durch die zweite Methode werden die Eigepthümlichkeiten
der Farbe nicht geändert, ihre Zusammensetzung bleibt dieselbe
und die Farbe behält ihre fundamentalen Eigenschaften.
Es folgen nun Angaben über die Methoden zur Bereitung der
Farben für hartes Porzellan, wie sie gewöhnlich in Sevres angewendet
werden. Da es aber nicht möglich ist, alle dort verwendeten
Farben hier aufzuführen, so werden wir uns auf die wichtigsten beschränken.
Die Zusammensetzung der Farben für weiches Porzellan
und feine Fayence wird sich mit Leichtigkeit hieraus ergeben, in der
That lassen sich die blauen und gelben ebensogut auf die meisten
Thonwaaren überhaupt anwenden und bei den andern Farben braucht