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Ocker Nr. 5. Man bereitet das Oxyd aus:
Metallischem Eisen 200
metallischem Zink 30Q
Man mischt dann, ohne zu schmelzen:
Oxyd für Ocker Nr. 5 100
Flussmittel Nr. 2 400
Ocker Nr. 6. Man mischt, ohne zu schmelzen:
Oxyd für Ocker Nr. 5 100
Flussmittel Nr. 2 600
Roth.
Das Eisenoxyd, welches zur Bereitung aller wie immer nuancirten
rothen Farben dient, wird aus Eisenvitriol dargestellt, den man
trocknet und hei um so höherer Temperatur calcinirt, je mehr der
Farbenton in’s bläuliche gehen soll; salpetersaures Eisenoxyd liefert
ebenfalls ein sehr brauchbares Product.
Die aus dem Eisenoxyd erhaltenen rothen Farben wurden von
balvetat untersucht; er fand, dass das Orangeroth beständiger und
lebhafter wird, wenn man dem Eisenoxyd entweder Zinkoxyd oder
1 honerde zusetzt, und dass die violetten Eisenfarben ihre Intensität
und ihren bläulichen Ton einem Gehalt an Manganoxyd verdanken.
Den Umstand, dass zwei chemisch gleich zusammengesetzte
rothe Farben doch sehr verschiedene Resultate geben, erklärt er auf
folgende Weise, die auch für andere Farben gelten kann.
Die Nuance des reinen Eisenoxydes hängt ab von der Temperatur,
bis zu welcher man es erhitzt; nicht alle Nuancen werden bei
derselben Temperatur erhalten, je höher die Temperatur, desto dunkler
wird der Ton. Man weiss, dass alle vom Eisenoxyd herrührenden Farben
variiren vom Orange bis zum Violett, d. h. dass sie zerlegt werden
können in Gelb, Roth und Blau, welche einfachen Farben je nach der
Intensität der drei Elementarfarben ein mehr oder weniger dunkles
Grau geben, je niedriger die Temperatur ist, desto mehr herrscht
Gelb vor, je höher die Temperatur, desto mehr tritt Blau auf.
Es scheint, dass die Farbe um so reiner sein wird, je gleichförmiger
in seiner molecularen Structur die Modification jenes Oxydes
ist, welche bei einer gewissen Temperatur erhalten wurde. Die Nuance
wird daher am reinsten sein, wenn alle Theilchen auf die richtige
Temperatur gebracht, und nicht einzelne zu hoch oder zu wenig
erhitzt wurden J im ersten Falle würde Gelb, im zweiten Falle würde
sich Blau heimischen.
Der ganze Kunstgriff wird also darin bestehen, dass man beim
Mischen der Farbe nur gleichförmig erhitzte Oxydtheilchen anwendet.
Man erzielt dieses Resultat, indem man nur mit kleinen Mengen
arbeitet und die Masse fortwährend gut umrührt. Man lässt das Feuer
genügend lange einwirken, untersucht das bei jeder Operation efhal-Salvetat.