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Grün di rt wird mit Lavendelöl, welches länger flüssig bleibt und
weniger schnell verdampft, gemalt wird mit Terpentinöl. Man kann
übermalte Stellen durch Abkratzen oder Wegwaschen von der Farbe
befreien. Das Kratzen ist eine mechanische, das Waschen eine
chemische Operation. Zu Letzterem wird entweder eine Lauge oder
Lemol verwendet, wodurch die Harze gelöst werden, welche die Farbe
xiren; das Gel wird gewöhnlich mit Cochenille oder Carmin gefärbt.
Man kann auch unter der Grundirung eine gummiartige Masse
mit kohlensaurem oder schwefelsaurem Baryt anbringen; an den betreffenden
Stellen wird sich dann beim Brennen die Farbe ablösen.
Diese Methoden führen schneller und besser zum Ziele als das
Abkratzen.
Man macht in neuerer Zeit eine erfolgreiche Anwendung der
Chromolithografie zur Verzierung des Porzellans. Es scheint nicht
unnütz zu sein, das specielle Verfahren anzugeben, welches die Anwendung
der Farbendruckerei in der Thonwaaren-Fabrikätion ermöglicht,
da in der nächsten Zeit eine bedeutende Ausdehnung dieses Verfahrens
in Aussicht steht. Es werden hier die neuesten Verbesserungen von
Darte, Chanon, Mac6, Mangin etc. angegeben werden.
Man sucht ein gutgeleimtes Papier aus, das sich während der
Arbeit nicht ungleich ausdehnen darf. Man bestreicht dieses Papier
mittelst eines Schwammes mit einem Schleim, der aus Knoblauchsaft,
unter Zusatz von seinem gleichen Gewichte Arrow-root oder Stärkemehl
durch Kochen mit Wasser bereitet ist. Dieser Schleim wird klar
gekocht, durchgeseiht und in Flaschen aufgehoben. Er ertheilt dem
Papiere die Eigenschaft, lange Zeit hindurch für den Druck geeignet
zu bleiben. Die überstrichenen Papierblätter werden auf Fäden aufgehängt,
bei Zimmerwärme getrocknet und hierauf satinirt, damit
die Zeichnung darauf reiner werde.
Der Druck wird bewerkstelligt durch lithografische Steine, welche,
nach einander angewendet, die verschiedenen Farben aufeinander oder
nebeneinander auf das Papier bringen und so die Arbeit der Hand
des Malers nachahmen.
Das Aufträgen der larbe auf den Stein geschieht mittelst einer
Bolle. Jeder Arbeiter hat einen besondem Firniss. Die ganze Arbeit
ist eine Nachahmung des gewöhnlichen Farbendruckes auf Papier.
Man benützt lithografischen Firniss, welcher durch gutes Vermischen
von Copalfimiss und Hammeltalg hergestellt wird. Man kann auch
einfach dickes Terpentinöl anwenden.
Wenn mit Firniss gedruckt ist, werden die Muster bestäubt.
Diese Operation geschieht jetzt auf dem Papier, und diese Neuerung
ist sehr wichtig; man vermeidet dadurch die Berührung der Farbe
mit dem Stein, weshalb er weniger abgenützt wird. Ueberdies ist
dadurch die Erzeugung von mehrfarbigem Druck möglich geworden,
was nicht möglich war, wenn der zu verzierende Gegenstand bestäubt