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Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

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wurde,  oder  wenn  man  die  Farbe  direct  auf  das  Papier  druckte  und
die  einzelnen  Abzüge  auf  die  krummen  Flächen  des  Gegenstandes
übertrug.
Das  Bestäuben  geschieht,  indem  man  auf  das  gedruckte,  aber
noch  feuchte  Papier  die  Farbe  als  trockenes  Pulver  entweder  mit  der
Hand,  mit  einem  Pinsel,  oder  mit  Watte  vertheilt.
Diese  Operation  mus  natürlich  bei  jedem  neuen  Stein  wiederholt
werden;  bevor  man  aber  eine  neue  Farblage  aufträgt,  muss  die  frühere
vollständig  getrocknet  sein.  Um  ein  vollständiges  Haften  auf  dem
Papier  zu  erzielen,  lässt  man  nach  dem  Aufträgen  einer  neuen  Farbe
dasselbe  durch  die  Presse  gehen.  Die  zum  Trocknen  erforderliche
Zeit  variirt  nach  der  Art  der  Anwendung  des  Firnisses.
Das  Aufträgen  der  Farben,  sei  es  auf  einander  oder  neben
einander,  muss  mit  Sorgfalt  und  Geschicklichkeit  geschehen.  Das
Bestäuben  des  Papiers  mit  der  Farbe  erzielt  eine  gleichförmige  Oberfläche ­
  der  letzteren  und  hat  die  Anwendung  der  Chromolithografie
in  der  Thonwaaren-Industrie  möglich  gemacht.  Man  verfährt  im
letztem  Falle  so,  dass  man  das  Papier  mit  einer  Nadel  ohne  Spitze
durchsticht  und  diese  in  kleine  Löcher,  welche  im  Steine  angebracht
sind,  hineinsteckt;  oder  man  versieht  das  Papier  mit  kleinen  Ausschnitten, ­
  die  dann  genau  auf  kreuzförmige  Marken  passen  müssen,
welche  in  den  Stein  eingravirt  sind.
Selbst  in  den  Fällen,  wo  nicht  weniger  als  ein  Dutzend  Steine
zur  Erzeugung  eines  Musters  nach  einander  in  Anwendung  kommen,
kann  man  jetzt  rasch  und  fabriksmässig  arbeiten.  Die  Zahl  der
nöthigen  Steine  ändert  sich  mit  der  Farbe  und  der  Art  und  Präcision
des  Musters;  z.  B.  für  einzelne  Blumen  würden  4  oder  5  Steine  genügen, ­
  3  Platten  genügen  für  pompejische,  2  für  etruskische  Ornamente.
Es  erübrigt  noch,  das  Muster  vom  Papier  auf  die  Thonwaare
zu  übertragen,  was  mit  einemmale  geschieht.  Der  Vortheil  des  ganzen
angegebenen  Verfahrens  liegt  darin,  dass  man  die  Muster  auf  dem
Papiere  beliebig  lang  aufbewahren  und  nach  Bedarf  auf  die  Thongegenstände ­
  übertragen  kann.  Dieser  Umstand  stellt  der  Chromolithografie ­
  eine  grosse  Zukunft  in  Aussicht.  Die  Lithografen  werden
auf  präparirtes  Papier  mit  entsprechenden  Glasurfarben  die  Muster
drucken  und  an  die  Porzellan-Fabrikanten  verkaufen.  Die  Letzteren
ersparen  dann  das  Drucken,  was  für  sie  immer  umständlicher  und
kostspieliger  ist,  als  für  die  Drucker.
Das  Uebertragen  kann  nur  staitfinden,  wenn  entweder  auf  dem
Papier  oder  auf  der  Thonwaare  eine  Klebsubstanz  vorhanden  ist.
Man  hat  diese  Klebstoffe  Mixtion  oder  Mixtionnage  genannt.
Als  man  überhaupt  diese  Art  des  Drückens  auf  Porzellan  zu  verwenden
begann,  brachte  man  die  Mixtion  auf  den  Thongegenstand,  während
man  ihn  jetzt  mit  Vortheil  auf  das  Papier  bringt  ;  man  kann  indessen
auch  gleichzeitig  Papier  und  Thongegenstand  mixtionniren.
            
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