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Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

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Das  Aufträgen  der  Mixtion  geschieht  mittelst  eines  Pinsels,  den
man  Queue  de  morue  nennt.  Wenn  man  den  Klebstoff  auf  das
Papier  bringt,  so  liat  man  den  Vortheil,  dass  er  zugleich  mit  der
Farbe  auf  den  Thongegenstand  übertragen  wird;  man  bedient  sich
in  diesem  halle  eines  Steines,  welcher  Silhouette  genannt  wird.
Man  bezeichnet  damit  eine  Gattung  von  Steinen,  welche  es  möglich
machen,  die  ganze  Oberfläche  der  Zeichnung  vollkommen  eben  zu
machen,  indem  alle  Stellen  wegbleiben,  die  nicht  zur  Zeichnung  gehören. ­
  Der  Vortheil  dieser  Methode  liegt  darin,  dass  die  Mixtion
nur  auf  jene  Stellen  des  Musters  gelangt,  welche  auf  der  Thonwaare
haften  sollen,  d.  h.  auf  die  Zeichnung  selbst,  während  beim  Gebrauch
der  Pinsel  auch  jene  Stellen  damit  bedeckt  werden,  welche  leer
bleiben  sollen,  und  von  denen  man  sie  nach  dem  Abziehen  vor  dem
Brennen  nur  schwierig  entfernen  kann.
Die  Zusammensetzung  der  Mixtion  ist  verschieden.  Bald  benützt
man  dickflüssiges  Terpentinöl,  bald  eine  Mischung  gleicher  Theile
von  weissem  oder  Burgunderpech  mit  venetianischem  Terpentin,  aufgelöst ­
  in  gewöhnlichem  Terpentinöl,  oder  auch  Copallirniss,  welcher
mit  Terpentinöl  verdünnt  ist.
Bei  Anwendung  von  Silhouette  -  Steinen  kann  man  der  Mixtion
auch  eine  kleine  Menge  Flussmittel  beimengen,  jedenfalls  aber  nicht
so  viel,  dass  dadurch  die  Mixtion  ihre  klebenden  Eigenschaften  verliert. ­
  In  unmittelbarer  Berührung  mit  dem  Porzellan  trägt  das  Flussmittel ­
  zur  Schmelzbarkeit  der  Farben  bei,  welche  durch  das  Abziehen
auf  die  Thonwaaren  gebracht  wurden.
Ist  das  Mixtionniren  auf  die  eine  oder  andere  Art  geschehen,
so  bringt  man  das  Muster  auf  den  Gegenstand.  Die  mit  Farbe
bedruckte  Seite  des  Papiers  wird  auf  die  Thonwaare  gelegt,  die
Rückseite  mit  Wasser  befeuchtet,  hierauf  mit  einer  Rolle  oder  mit
der  Hand  jene  Stellen,  welche  haften  sollen,  angedrückt.  Um  das
Papier  zu  entfernen,  taucht  man  das  Ganze  in  Wasser,  und  das  vollständig ­
  abgezogene  Muster  erscheint  auf  dem  Porzellan.  Man  wäscht
mit  Wasser,  lässt  abtropfen,  trocknet  und  brennt  wie  gewöhnlich  in
der  Muffel.
Die  mit  Malerei  versehenen  Gegenstände  werden  in  besondere
Oefen,  die  sogenannten  Muffelöfen  gebracht;  hier  werden  sie  entsprechend ­
  erhitzt,  die  Farben  schmelzen  und  adhäriren  an  der  Oberfläche ­
  der  Thonmasse.  Diese  Muffelöfen  sind  ähnlich  denjenigen,
welche  wir  früher  beschrieben  haben,  welche  dazu  dienen,  um  die
beim  Drucken  unter  der  Glasur  auf  Fayence  nach  englischem  Muster
in  Anwendung  kommenden  Oele  zu  verbrennen.  Eine  Oeffnung  in
der  Wölbung  der  Muffel  gestattet  den  Verbrennungsproducten  der
angewendeten  Oele  freien  Austritt.  Die  Vorderwand  des  Muffelofens
ist  in  einer  Falz  beweglich,  um  nach  erfolgtem  Einbrennen  durch
Herablassen  derselben  das  Feuer  verlöschen  zu  können.  Man  erhitzt
            
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