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MAK

Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

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5.  Feuer  für  die  erste  Retouche  700
6.  Feuer  für  die  zweite  Retouche  600
7.  Feuer  für  Muschelgold  560

Der  Carmin  variirt  in  seinen  Nuancen  bei  diesen  verschiedenen
Hitzegraden:  Anfangs  schmutzig  rothbraun  wird  er  allmälig  ziegelroth,
purpurroth,  violettroth  und  endlich  violett;  diese  Unterschiede  sind
besonders  bei  dünnen  Schichten  sehr  gut  wahrnehmbar.
Metalle.
Es  wurde  bereits  angegeben,  welchen  Bedingungen  die  Metalle
beim  Decoriren  der  Thonwaaren  zu  genügen  haben.  Diese  Bedingungen
gestatten  die  Anwendungen  des  Goldes,  des  Platins  und  des  Silbers.
Es  sei  nochmals  erwähnt,  dass  die  Metalle  dehnbar,  sehr  glänzend
und  unter  dem  gleichzeitigen  Einflüsse  von  Luft  und  Feuer  unveränderlich ­
  sein  müssen.
Die  Metalle  müssen,  wenn  sie  verwendbar  sein  sollen,  sich  in
ein  unfühlbares  Pulver  verwandeln  lassen,  damit  sie  der  Maler  in
Form  sehr  feiner  Linien  auf  dem  zu  decorirenden  Gegenstände  auftragen ­
  kann.
Es  ist  auch  nöthig,  dass  sich  das  Pulver  in  der  Art  leicht
anwenden  lasse,  dass  man  im  Stande  sei,  es  in  sehr  dünner  Schichte
aufzutragen,  wenn  man  eine  metallische  Grundirung  oder  breite
Streifen  anbringen  will.
Diese  Metallpulver  werden  erhalten  als  Niederschläge  auf  chemischem ­
  Wege,  ln  den  Handbüchern  der  Chemie  findet  man  die  Hilfsmittel ­
  angegeben,  durch  welche  man  Silber,  Gold  und  Platin  als
Pulver  bereitet.  Diese  Pulver  braucht  man  nur  noch  zu  reiben,  um
sie  als  esnen  äusserst  feinen  Staub  zu  erhalten,  wie  er  insbesondere
zum  Decoriren  der  Porzellanwaaren  gebraucht  wird.  Aber  da  die
bei  der  Präcipitation  angewendeten  Mengen-Verhältnisse  auf  die  physikalischen ­
  Eigenschaften  der  pulverförmigen  Metalle  einen  bestimmten
Einfluss  ausüben,  so  scheint  es  nützlich  zu  sein,  dass  wir  etwas
umständlicher  die  Bereitung  des  Goldes,  welches  ja  am  meisten  verwendet ­
  wird,  besprechen.
Metallisches  Gold.  Man  weiss,  dass  man  aus  einer  durch
Königswasser  bereiteten  Goldlösung  das  metallische  Gold  nach  zwei
Methoden  als  zartes  Pulver  abscheiden  kann,  nämlich  durch  Anwendung
von  Eisenvitriol  und  durch  Anwendung  von  salpetersaurem  Quecksilberoxydul. ­
  Wir  verweisen  den  Leser  auf  den  Artikel:  nDorure  sur
porcelaine“  von  Barral  in  dem  1.  Bande  des  „Dictionnaire  des  Arts  et
Manufactures  “.  Vor  der  Anwendung  muss  das  Gold  auf  das  feinste
mit  seinem  Flussmittel  zusammengerieben  werden;  dieses  letztere  muss
bei  der  Vergoldung  aller  Thonwaaren  zugesetzt.  werden,  die  im  Feuer
nicht  erweichen.  Das  Flussmittel  ist  basisch  salpetersaures  Wismuth,
            
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