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MAK

Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

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und  Reiben  bleibt  das  Kupfer  bei  dem  Golde  unverändert,  beim
Brennen  aber  oxydirt  es  sich  und  verleiht  dadurch  der  Vergoldung
jenes  eigentümliche  Aussehen,  welches  die  Liebhaber  dem  Alter  des
Gegenstandes  zuschreiben.
Silber.  Es  kommen  jetzt  im  Handel,  besonders  in  Paris
Gegenstände  von  hartem  Porzellan  vor,  deren  hauptsächliche  Verzierung ­
  in  Ornamenten  und  Grundirung  besteht,  welche  gewissermassen
mit  mattem  Silber  guillochirt  sind.  Dieses  matte  Metall,  von  einem
schönen  Weiss,  gehoben  durch  blaue  oder  sonst  lebhaft  gefärbte
Verzierungen,  macht  auf  das  Auge  einen  sehr  angenehmen  Eindruck
und  sicht  auf  den  ersten  Augenblick  aus,  wie  Perlmutter,  die  nicht
irisirt.  Das  von  Rousseau  in  Paris  bereitete  Silber  sieht  polirt  sehr
schön  aus  und  hat  den  Vortheil,  dass  es  dem  Einflüsse  des  in  der
Luft  enthaltenen  Schwefelwasserstoffes  widersteht.
Diese  Fähigkeit,  dem  Einflüsse  selbst  grösserer  Mengen  von
Schwefelwasserstoff  zu  widerstehen,  rührt  nach  Brogniart  von  einem
sehr  dünnen  Goldüberzuge  her.  Man  trägt  das  Gold  mit  einem
Pinsel  auf  das  Silber  ganz  leicht  auf,  bevor  der  Gegenstand  in  die
Muffel  kommt,  sodann  erhitzt  man  bis  zur  schwachen  Rothgluth,  wobei
die  geringe  Menge  des  Flussmittels  schmilzt,  welches  die  beiden
Metalle  an  das  Porzellan  befestigt.
Der  Erfolg  dieser  Versilberung  hängt  ab  von  der  praktischen
Geschicklichkeit  des  Porzellanmalers  und  von  einigen  empirischen
Vorsichtsmassregeln,  deren  vorzüglichste  folgende  sind:  Das  Silber
muss  in  sehr  verdünnter  Säure  gelöst,  langsam  durch  Kupfer  gefällt
und  vollständig  ausgewaschen  werden.  Das  Silber  muss  mit  einer
dicklichen,  klebrigen  Masse  angerieben,  auf  dem  weissen  oder  gefärbten
Grund  (der  jedoch  keine  Goldfarbe  enthalten  darf)  aufgetragen  werden;
erst  nachdem  es  24  Stunden  ruhig  gestanden,  darf  man  die  leichte
Goldschichte  auftragen  und  dann  wird  bei  massigem  Feuer  eingebrannt.
Die  Metalle  werden  mit  ätherischen  Oelen  angerieben  und  entweder ­
  mit  dem  Pinsel  oder  durch  Drucken  aufgetragen.  Man  wendet
das  Gold  häufig  zu  Rändern  an,  die  sehr  schnell  auf  der  Drehscheibe
erzeugt  werden;  das  Stück  wird  vollständig  centrirt  auf  eine  Platte
gestellt,  welche  man  beliebig  heben  und  senken  kann,  während  der
Rotation  zieht  der  Arbeiter,  mit  einer  Hand  den  Pinsel  haltend,  den
gewünschten  Rand.
Das  Einbrennen  der  Metalle  geschieht,  wie  bei  den  Farben,  in
der  Muffel;  die  Metalle  haben  nach  dem  Brennen  gewöhnlich  keinen
Glanz,  sondern  sind  matt.
Will  man  auf  einem  Stücke  verschiedene  Effecte  erzielen,  so
zeichnet  man  auf  die  Oberfläche  des  matten  Goldes  mit  einem  sehr
harten  Stifte  Verzierungen,  die  dann  glänzend  auf  mattem  Grunde
erscheinen;  wenn  man  dagegen  grosse  glänzende  Flächen  haben  will,
            
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