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MAK

Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

I.
Farbenverzierungen  auf  Thonwaaren.
Die  Verzierung  der  Thonwaaren  als  Glanzes  genommen  ,  bildet
gegenwärtig  eine  Kunst  für  sich  und  darf  nicht  mehr  als  ein  Nebenzweig ­
  der  Thonwaaren-Fabrikation  behandelt  werden.  Sie  erscheint
zuweilen  mit  dieser  Fabrikation  vereinigt  als  ein  wichtiger  Tlieil  derselben ­
  ,  zuweilen  bildet  sie  getrennt  gewissermassen  einen  selbst
ständigen  Industriezweig.
Es  soll  in  diesem  Artikel  eine  genaue  und  umfassende  Untersuchung ­
  der  verschiedenen  sinnreichen  Mittel  geboten  werden,  mit
deren  Hilfe  man  im  Stande  ist,  Thonwaaren  zu  verzieren.
Es  kann  auf  diese  Art  eine  anschauliche  Skizze  einer  Kunst
entworfen  werden,  welche,  wie  alle  Zweige  des  Wissens,  ihre  Gesetze, ­
  Regeln  und  Methoden  hat.
Der  Sinn  für  Farbe  ist  dem  Menschen  in  so  hohem  Grade
angeboren,  dass  alle  Gewerbe,  selbst  in  ihrer  Kindheit,  Gegenstände
hervorgebracht  haben,  deren  gewählter  Form  und  deren  Werth  der
Erzeuger  durch  Anwendung  von  Farbe  eine  oft  originelle  Ausschmückung ­
  hinzufügte.
Ja,  in  Ermangelung  von  eigenen  Farbstoffen  fand  man  zuweilen
einen  Ersatz  für  dieselben  darin,  dass  man  einzelne  Theile  besonders
formte  oder  hervortreten  liess.  Durch  verschiedene  Zerlegung  und
Reflexion  des  weissen  Lichtes  entstand  dann  ein  Wechsel  von  Hell
und  Dunkel,  der  in  gewissem  Sinne  die  Malerei  ersetzen  konnte.
Wenn  übrigens  ein  Gewerbe  in  Bezug  auf  Ausschmückung
Beachtung  verdient,  so  ist  diess  die  Erzeugung  der  Thonwaaren,  in
Anbetracht  der  ganz  besonderen  Bedingungen,  denen  die  Verzierung
derselben  entsprechen  muss.
Man  kann  allerdings  sagen,  dass  inan  auf  Thonwaaren  so  wie
auf  andere  Materialien  alle  beliebigen  Farben  durch  Firnisse,  Oele,
Gummiarten  etc.  fixiren  kann;  es  sollen  aber  in  dieser  Abhandlung
nur  jene  Verzierungen  und  Malereien  auf  Thonwaaren  betrachtet
werden,  welche  man  durch  Vermittlung  des  Feuers  fixirt,  d.  h.  jene,
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Salvetat.
            
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