Die Lösungen werden gemengt, erwärmt und dann so lange
geschüttelt, bis das Gold in die Oele übergegangen ist; man entfernt
das saure Wasser, wäscht mit heissem Wasser aus, und wenn die
letzten Spuren von Feuchtigkeit entfernt sind, gibt man t>5 Grm.
Lavendelöl und 100 .Grm. gewöhnliches Terpentinöl zu und erhitzt
bis zur vollständigen Mischung. Den klaren Tlieil lässt man über
5 Grm. Wismuth-Flussmittel stehen und erhitzt die Flüssigkeit,
worauf sie brauchbar wird.
Die goldhaltige Flüssigkeit ist klebrig, von grünlichem Aussehen;
das Gold ist darin gelöst, die unlöslichen Theile scheiden sich ab,
sammeln sich am Boden des Aufbewahrungsgefässes und können durch
Decantation entfernt werden. Der venetianische Terpentin verleiht
der Flüssigkeit die Fähigkeit zu trocknen, welche sie besitzen muss.
Die goldhaltigen Harze zersetzen sich in der Hitze, sie scheiden bei
nicht sehr hoher Temperatur goldhaltige Kohle aus, welche das Aussehen
einer ganz dünnen Schichte von Blattgold hat. Zur Erzielung
einer schönen Vergoldung darf von der harzigen Materie nichts Zurückbleiben.
Ein aufmerksames Studium des Vorhergehenden zeigt, dass
die zahlreichen Vervollkommnungen dieses Verfahrens die Anwendung
der Lüster zu einer eigenen Methode des Decorirens umgestaltet haben.
Das wahrhaft Neue und Wichtige des Verfahrens von Dutertre
ist folgendes:
1. Der Wasserzusatz zur Goldlösung. Derselbe mässigt die
Einwirkung der Lösung auf den Schwefelbalsam und es wird dadurch
ein regelmässiger Verlauf des Processes erzielt.
2 Die Ersetzung des fetten Schwefelbalsams durch einen
eigens aus einer Mischung von Lai endelöl und Terpentinöl bereiteten
Balsam. Durch den letzteren Balsam geht das Gold in eine Lösung
über, welche sich beim Erhitzen zersetzt, ohne sich aufzublähen.
8. Die Zugabe von venetianischem Terpentin zum Schwefelbalsam,
welcher einerseits den Balsam verdickt, so dass er nicht
fliessen kann, andererseits dessen Anhaften befördert.
4. Das Waschen, welches den Zweck hat, die goldhaltige Masse
der fortgesetzten Einwirkung der Säuren zu entziehen und sie haltbarer
zu machen.
5. Endlich der Zusatz von Lavendel- und Terpentinöl, welche
das Product lösen. Auf diese Weise wird es ermöglicht, die ungelösten
Theile durch Absetzen zu trennen und eine vollkommen homogene
Flüssigkeit zu erhalten.
Wenn man diese Bedingungen nicht erfüllt, so erhält man entweder
eine Flüssigkeit, welche zu wenig Gold enthält, oder eine
ölige Masse, welche schwer trocknet und daher schlecht verwendbar
ist, auch bei der ersten Einwirkung der Hitze sich aufblaht und eine
ungleiche Vergoldung gibt.