Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

67

Die  Herren  Carre  beschreiben  ihr  Verfahren  folgendermassen:
ln  einer  Retorte  löst  man  10  Grm.  Gold  in  100  Grm.  Königswasser ­
  und  verdünnt  mit  150  Grm.  Wasser;  diese  Lösung  schüttelt
man  mit  100  Grm.  rectificirten  Aetlier,  damit  der  Aether  das  Chlorgold ­
  aufnehme,  und  bringt  Alles  auf  einen  Scheidetrichter  ;  man  lässt
einen  Augenblick  ruhen,  der  mit  Gold  beladene  Aether  schwimmt
oben,  man  lässt  die  unten  befindliche  Säure  durch  den  Hahn  abfliesseir
die  ätherische  Schichte  gibt  man  in  die  Retorte  zurück.
Anderseits  bereitet  man  eine  Auflösung  von  20  Grm.  Schwefelleber ­
  in  Wasser  und  zersetzt  dieselbe  mit  200  Grm.  Salpetersäure;
den  entstandenen  Niederschlag  wäscht  man  vollständig  aus,  trocknet
ihn,  bringt  ihn  mit  5  Grm.  Nussöl  und  25  Grm.  Terpentinöl  in
einen  Kolben  und  erwärmt  im  Sandbade;  zu  dem  so  erhaltenen
Schwefelbalsam  mischt  man  25  Grm.  Lavendelöl.  Diese  Flüssigkeit
mischt  man  mit  der  ätherischen  Goldlösuug,  schüttelt  einige  Minuten
und  decantirt  in  eine  Porzellanschale,  in  der  man  bis  zur  Syrupsconsistenz
  eindampft;  dann  wird  zugesetzt:
basisch  salpetersaures  Wismuth  .  0.15  Grm.
borsaures  Blei  0.15  Grm.
Die  Menge  des  Flussmittels  richtet  sich  nach  der  Natur  der
Thonwaare.
Die  Vergoldung  wird  sehr  dünn  aufgetragen,  indem  man  sie  mit
gleichem  Volumen  Terpentin-  und  Lavendelöl  verdünnt.  Bei  diesem
Verfahren  kommt  also  weder  Zinn  noch  Antimonbutter  in  Anwendung.
Platin-Lüster.  Man  erhält  mit  der  grössten  Leichtigkeit
diesen  Lüster,  wenn  man  wasserfreies  Chlorplatin  mit  Lavendelöl  oder
irgend  einem  andern  ätherischen  Ocle,  mit  therebintinirtem  Schwefelbalsam ­
  oder  irgend  einer  trocknenden,  harzigen  Masse  zusammenreibt.
Die  ölige  Flüssigkeit  wird  gerade  so  wie  die  früher  erwähnten  Mischungen ­
  mit  dem  Pinsel  aufgetragen.  Man  könnte  zweifelsohne  mit  Vortheil ­
  statt  des  Chlorplatins  die  Doppelverbindung  Chlorplatin-Clilorammonium
  (Platinsalmiak)  an  wenden,  indem  das  Chlorplatin  sehr  begierig
Feuchtigkeit  aus  der  Luft  anzieht.
Durch  sorgfältiges  Poliren  kann  man  dem  Platin  nach  dem
Einbrennen  schönen  Glanz  verleihen.
Silber-Lüster.  Gewisse  gewöhnliche  Fayencen  älterer  Fabrikation ­
  zeigen  eine  glänzende  Metall-Verzierung  mit  gelblichem  Reflexe.
Es  scheint  möglich  zu  sein,  durch  Silber  diesen  Lüster  hervorzubringen,
indem  man  das  metallische  Silber  in  Salpetersäure  löst  und  einer
öhgen  Flüssigkeit  einverleibt,  wie  wir  dies  beim  Gold  gezeigt  haben.
Man  weiss,  dass  das  Chlorsilber,  bei  gewissen  Gläsern  angewendet,
sich  zersetzt  und,  indem  sich  ein  Silbersilicat  bildet,  mehr  oder  weniger
dunkelgelb  färbt.  Das  Chlorsilber  könnte  demnach  auch  beim  Porzellan ­
  in  Verwendung  kommen,  um  einen  Lüster  von  bestimmtem
Metallglanz  zu  liefern,  ohne  dass  man  nöthig  hätte,  zu  poliren.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.