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Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

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Es  ist  unbedingt  nöthig,  die  mit  solchem  Lüster  versehenen
Stücke  im  Reductionsfeuer  zu  brennen.  Das  Chlorsilber  wird  früher
mit  einem  mehr  oder  weniger  leicht  schmelzbaren,  bleihaltigen  Glase
zusammengeschmolzen,  die  zerriebene  Schmelze  mit  dem  Pinsel  aufgetragen. ­
  Man  brennt  dann,  und  wenn  die  Gegenstände  noch  rothglühend
sind,  setzt  man  sie  der  reducircnden  Wirkung  des  Ofenrauches  aus.
Der  Canthariden  -  Lüster  (so  genannt,  weil  er  die  brillanten
Farben  der  Canthariden  zeigt)  wird  durch  den  gelben  Lüster  erzielt,
indem  man  diesen  auf  blau  gefärbte  Thonwaaren  aufträgt.  Das  Gelb
auf  Blau  aufgetragen  giebt  eine  sehr  schöne  grünliche  Färbung.  Es
ist  leicht  verständlich,  dass  dieser  Lüster  sehr  mannigfaltige  Resultate
geben  kann,  wenn  man  ihn  auf  verschieden  gefärbtem  Untergrund
anwendet.
Kupfer-Lüster.  Der  Kupfer-Lüster  zeigt  dasselbe  Aussehen
und  dasselbe  gelblich-rothe  Schillern,  wie  der  Burgos-Lüster.
Er  wird  angewendet  in  Spanien  zur  Verzierung  der  gewöhnlichen
Fayencen,  und  man  findet  ihn  häufig  auf  der  viel  verzierten  Majolika.
Ueber  die  Zusammensetzung  deren  Glasur  kann  kein  Zweifel  herrschen,
das  Kupfer  ist  das  färbende  Prinzip,  die  sehr  dünne  färbende  Schichte
st  wahrscheinlich  durch  eine  kieselsaure  Verbindung  des  Kupferoxyduls
gebildet.
Der  Kupfer-Lüster  ist  noch  nicht  leicht  herzustellen.  Es  sind
Versuche  angestellt  worden,  um  das  alte  Verfahren  zu  finden,  welches
mit  genügender  Sicherheit  erlaubte,  auf  Fayencen  mit  zinnhaltiger
Glasur  die  feinsten  Zeichnungen  in  einem  prachtvoll  glänzenden
Rubinroth  anzubringen.  Solche  Versuche  haben  gelehrt,  dass  man
ein  so  schönes  Roth,  wie  auf  der  Majolika,  erhalten  könnte,  wenn
man  die  Zeichnungen  mit  salpetersaurem  Kupfer  machen  und  während
des  Brennens  durch  die  Muffel  einen  Strom  von  Wasserstoff  oder
Kohlenoxyd  streichen  lassen  würde.  Wenn  man  in  einer  Muffel,
,welche  Fayence  -  Scherben  mit  zinnhaltiger  Glasur  enthält,  einfach
kupferoxydhaltiges  Papier  anzündet,  so  wird  so  viel  Kupferoxyd  in
die  Atmosphäre  der  Muffel  gelangen,  dass  dasselbe  hinreicht,  um  auf
den  emaiHirten  Partien  einen  kupferhaltigen  Lüster  zu  erzeugen,
welcher  an  Glanz  dem  der  Thonwaaren  von  Manasse  (bei  Valence)
gleichkommt.
Blei-Lüster.  Den  Namen  Blei-Lüster  giebt  man  einer  glänzenden ­
  irisirenden  Färbung,  welche  gewisse  Thonwaaren  mit  bleihaltiger
Glasur  zeigen.  Diese  Thonwaaren  müssen  während  des  Brennens
der  reducirenden  Wirkung  gewisser  Gase  ausgesetzt  werden,  welche
gleichzeitig  auf  das  in  der  Glasur  möglicherweise  vorhandene  Eisenoxyd ­
  reagiren.  Ausführlicheres  darüber  werden  wir  bei  dem  Perlmutter-Lüster ­
  anführen.
Salvetat  giebt  an,  er  habe  niemals  bemerkt,  dass  z.  B.  die
Glasuren  von  hartem  Porzellan,  wenn  sie  vollkommen  eisenfrei  sind,
            
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