II.
Ueber das Emailliren.
Die in Bezug auf Emaillir-Verfahren angestellten Untersuchungen
wurden angeregt durch die Errichtung einer eigenen Emaillir-Anstalt
in der Porzellanfahrik zu Sevres.
Im Jahre 1846 vor der Exposition des manufactures
nationales musste man seine Zuflucht zur Privatindustrie nehmen,
welche die für das Emailliren nöthigen Materialien erzeugte. Um in
der Porzellanfabrik zu Sevres eine Emaillir-Abtheilung einzurichten,
war daher eine Reihe ganz neuer Studien nöthig geworden, deren
Resultate hier folgen:
Das Emailliren oder die Kunst, auf Metallen schöne Farben
oder Malereien anzubringen, die durch die Wirkung des Feuers, das
sie zugleich haftend macht, nicht verändert werden, geschieht durch
verschiedene Methoden, welche je nach der Verschiedenheit und
Anwendung der Materialien verschiedene Resultate liefern.
Bald wird das Metall mit einer Schichte eines durchscheinenden
ungefärbten oder gefärbten Glases überzogen; das Metall glänzt
dann durch diese Glasschichte entweder mit dem ihm eigenen oder
durch die Emailschichte modificirten Glanze durch; bald verschwindet
das Metall vollständig hinter einer Schichte eines undurchsichtigen
weissen oder gefärbten Glases.
Oft bringt man auf einem schon mit undurchsichtigem Email
bedeckten Metalle Ornamente in Metallglanz an, die man ihrerseits
wieder mit einem durchsichtigen, ungefärbten oder gefärbten Glase
überzieht. Man erhält dadurch auf dem nämlichen Gegenstände verschiedene
Effecte, welche durch die Anwendung zweier verschiedener
Arten der Decoration entstehen.
Zuweilen wird auf einem undurchsichtigen weissen Grund bei
einem Gegenstände, der nach einer oder der andern beschriebenen
Art verziert ist, Malerei angebracht, die man vollständig glasirt,
indem man sie mit einer Schichte von durchsichtigem Glas überzieht,