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Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

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der  feinsten  Porzellansorten,  als  auch  der  gewöhnlichen  Fayence
bedient.  Auch  die  durchsichtigen  oder  undurchsichtigen  glasartigen
Substanzen,  welche  zum  Glasiren  der  eben  genannten  Thonwaaren
dienen,  werden  so  genannt.  Ja,  man  geht  zuweilen  so  weit,  jeden
emaillirten  Metallgegenstand  mit  diesem  Namen  zu  bezeichnen.  Die
immer  allgemeinere  Bedeutung,  in  welcher  man  das  Wort  Email
angewendet  hat,  ist  die  Ursache,  dass  dasselbe  gegenwärtig  im
technologischen  Sinne  keine  streng  fixirte  Bedeutung  hat.
Wir  unsererseits  wollen  unter  Email  ausschliesslich  jede,  mehr
oder  minder  leicht  schmelzbare,  verglasbare  Materie  verstehen,  die
entweder  weiss  oder  durch  Substanzen  gefärbt  ist,  welche  in  der
Masse  gelöst  sind.
Im  Gegensätze  wollen  wir  Paremail  (von  para)  gegen  jede
mehr  oder  weniger  schmelzbare,  vorglasbare  Substanz  nennen,  die
nicht  homogen,  sondern  aus  einer  unschmelzbaren  oder  nur  unvollkommen ­
  schmelzbaren  färbenden  und  einer  glasartigen  oder  als
Schmelzmittel  dienenden  anderen  Substanz  gemischt  ist.
Wir  wollen  nennen:
1.  Emaillirtes  Metall  (Eisen,  Metallguss,  Gold,  Silber  oder
Kupfer),  jedes  Metall,  welches  mit  einer  Lage  von  farbigem  oder
farblosem  Glase  überzogen  ist.
2.  Folien,  Metalle,  welche  in  der  Weise  emaillirt  sind,  dass
auf  ihrer  verglasten  Oberfläche  metallglänzende  Stellen  in  Gold  oder
Silber  hervortreten,  die  mit  einer  Schichte  von  Glas  überzogen  sind.
3.  Malereien  auf  Email  unter  dem  Flussmittel,  Verzierungen, ­
  welche  auf  emaillirtes  Metall  gemalt,  aber  mit  einem
Flussmittel  überzogen  sind.
4.  Malereien  auf  Email  ohne  Flussmittel,  Malereien
auf  emaillirtem  Metall,  welche  mit  Hilfe  von  Paremail  hergestellt  sind.
Man  unterscheidet  Transemail,  d.  i.  durchsichtiges,  ungefärbtes ­
  oder  gleichviel  wie  gefärbtes  Email,  und  Opemail,  d.  i.
undurchsichtiges,  weisses  oder  farbiges  Email,  gleichviel,  durch  welche
Ursache  dessen  Färbung  und  Undurchsichtigkeit  bewirkt  wird.
Bei  dem  Email  bildet  die  färbende  Substanz  immer  nur  einen
sehr  geringen  Gewichtstheil  der  Glasmasse.  Man  hat  es  hier  mit
einer  chemischen  Verbindung  oder  einer  Lösung  zu  thun.  Das
charakteristische  Kennzeichen  des  Emails  ist  seine  Homogenität.
Bei  dem  Paremail  hingegen  kann  das  färbende  Prinzip  in
ziemlich  grosser  Menge  vorhanden  sein,  ohne  dass  zwischen  demselben ­
  und  dem  schmelzbaren  Bestandtheile  eine  innigere  Verbindung
stattfindet.  Hier  findet  nur  eine  einfache  Mischung  der  Bestandtheile
statt,  und  die  Masse  ist  demnach  nicht  homogen.
Alle  bei  dem  europäischen  Porzellan  angewendeten  Farben,  mit
Ausnahme  der  weissen,  sind  Paremail,  und  auch  bei  diesem  kann
man  das  Zinnoxyd  nicht  als  gelöst  betrachten.
            
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