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Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

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Man  sieht,  daraus,  dass  die  Mengen  von  Kieselsäure,  Bleioxyd  und
Alkalien  in  demselben  Verhältnisse  erscheinen,  wie  beim  Glase.
Nach  zahlreichen,  zu  verschiedenen  Zeiten  angestellten  Analysen
schwanken  die  Gewichtsverhältnisse  wenig  über  und  unter  den  in  der
zweiten  Columne  angegebenen  Zahlen,  und  man  könnte  demnach  das
Email  vorteilhaft  durch  Zusammenschmelzen  von  Glas,  Salpeter  und
Borax  herstellen,  es  würde  überdies  das  Fabrikat  noch  billiger  zu  stehen
kommen,  wenn  man  das  Glas  mit  Borax  oder  Borsäure  und  der  entsprechenden ­
  Menge  Soda  zusammenschmelzen  würde;  durch  die  letztere
bringt  man  das  nöthige  Alkali  hinein,  welches  in  Form  von  Salpeter  und
Borax  viel  kostspieliger  ist.
Päris  hat  in  dem  Bulletin  de  la  Societe  d’encouragement  den  Weg
angegeben,  auf  welchem  er  zu  seinem  Email  für  Eisen  gelangt.  Er  nimmt:

Flintglas  130-0
kohlensaures  Natron  20'0
Borsäure  12-0

Die  mittleren  Zahlen  der  Analysen  von  Newcastler  und  Londoner
Bleiglas,  welche  Bert  hi  er  ausführte,  stimmen  überein  mit  den  oben
gegebenen  Analysen  für  Email.
Newcastle  London  Mittel
Kieselsäure  51-4  59-2  55-3

Bleioxyd  27-4  28-2  32-8
Kali  9-4  9-o  9-2

Die  oben  angegebene  Menge  der  Borsäure  stimmt  auch  mit  der  in
der  Praxis  verwendeten  überein.
Bei  der  Anwendung  des  Bleiglases  hat  man  den  Nachtheil,  dass
man  ein  Rohmaterial  von  nicht  genau  bekannter  und  schwankender  Zusammensetzung ­
  in  die  Arbeit  einführt;  dadurch  erklären  sich  auch  von
selbst  die  Abweichungen  in  der  Zusammensetzung  der  zu  verschiedenen
Zeiten  von  Paris  gelieferten  Emails.
Die  bereits  erwähnten  Erfahrungen  in  Bezug  auf  das  Haftungsvermögen ­
  der  Glasmasse  an  dem  Metall  und  die  Uebelstände,  welche
sich  bei  der  Herstellung  emaillirter  und  gemalter  Platten  ergaben,  beweisen ­
  hinlänglich,  dass  es  gefährlich  ist,  aus  Sparsamkeit  Glaspulver
als  Rohmaterial  anzuwenden.  Das  Bleioxyd  darf  nie  im  Ueberfluss
angewendet  werden,  wiewohl  es  einen  wichtigen  Bestandtheil  ausmacht,
denn  ohne  dasselbe  erhält  man  Email,  das  nicht  auf  dem  Metall  haftet.
Gläser  ohne  Bleigehalt  sind  sehr  schwer  schmelzbar  und  springen  schon
beim  einfachen  Temperaturwechsel  ab.
In  Anbetracht  aller  dieser  Umstände  ist  es  sehr  gerathen,  für  alle
Emails  auf  Eisen  nur  Rohmaterialien  von  stets  gleicher  und  genau  bekannter ­
  chemischer  Zusammensetzung  im  reinen  Zustande  zu  verwenden.
Salvetat  ersetzt  den  Borax  durch  Borsäure  und  gibt  die  nöthige
Menge  Alkali,  welche  sonst  in  Form  von  Borax  in  die  Mischung  kommt,
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