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Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

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Malerei  auf  der  Paste  (sur  päte).
Beschäftigen  wir  uns  nun  mit  jener  Malerei,  welche  wir  mit  dem
Ausdruck  Malerei  auf  der  Paste  (sur  päte)  bezeichnet  haben,  weil  man
die  Substanz,  auf  welche  sie  aufgetragen  werden,  Paste  nennt.  Es  findet
hier  kein  Aufträgen  einer  Glasur  über  die  Malerei  statt.  Die  Farben
besitzen  selbst  die  nöthige  Schmelzbarkeit,  um  beim  Brennen  vollständig
einzuschmelzen.
Die  Malerei  auf  der  Paste  kann  ganz  verschieden  aussehen,  je
nachdem  man  sie  in  der  Manier  der  Aquarellmalerei  oder  in  jener  mit
Deckfarben  (ä  la  gouache)  ausführt.
Bei  der  Aquarellmalerei  lässt  man  die  lichten  Stellen  aus,  und  es
kommt  dann  an  denselben  die  weisse  Farbe  des  Grundes  zum  Vorschein,
Schattirungen  vollenden  dann  das  Bild.
Bei  dem  Malen  mit  Deckfarben  werden,  wie  bei  der  Oelmalerei,
zuerst  die  Schatten  und  die  Mitteltöne  angelegt,  und  dann  erst  die
Lichter  aufgesetzt,  welche  dann  gleichsam  en  relief  vorspringen.  Bei
der  Email-Malerei  kann  man  nicht  ausschliesslich  eine  oder  die  andere
Manier  einhalten,  sondern  muss,  je  nach  Erforderniss,  bald  diese,  bald
jene  anwenden,  ja  sogar  nicht  selten  auf  demselben  Stücke  von  beiden
Gebrauch  machen.  Es  ist  also  nothwendig,  die  Emailmaler  in  Stand  zu
setzen,  je  nach  Belieben  von  einer  oder  der  anderen  Gattung  Farben
Anwendung  zu  machen.
Das  Aufträgen  von  Farbe  in  dicken  Lagen  ist  schon  lange  gebräuchlich ­
  und  war  auch  bei  dem  weichen  Porzellan  von  Sevres  sehr  im
Schwünge.  Zum  Malen  in  dieser  Manier  eignen  sich  die  undurchsichtigen
Farben,  die  man  auch  als  Ausgangspunkt  für  alle  anderen  Farbentöne
benützt.  Hierher  gehören  alle  lichten  und  dunklen  gelben  Farben,
welche  man  durch  Beimengung  anderer,  jedoch  durchsichtiger  Farben
nuanciren  und  modificiren  kann,  sowie  auch  die  weissen,  welche  sich
mit  allen  anderen  Farben  mischen  lassen.  Die  so  bereiteten  Mischfarben
sind  hinreichend  undurchsichtig,  um  vollständig  den  Untergrund,  auf
welchem  sie  aufgetragen  werden,  zu  decken.
Wir  werden  also  nur  die  zur  Aquarellmalerei  geeigneten  Farben
zu  besprechen  haben.
Eine  richtige  Auffassung  und  Venverthung  der  im  Folgenden  angegebenen ­
  Methoden  dürfte  wohl  eine  Anwendung  der  in  den  letzten
20  Jahren  gemachten  Fortschritte  der  Chemie  im  Interesse  der  Malerei
auf  Email  und  auf  weichem  Porzellan  möglich  machen.  Das  Geheimniss,
womit  sich  sowohl  die  Porzellanmaler,  als  die  Erzeuger  von  verglasbaren
Farben  bis  auf  den  heutigen  Tag  umgeben  haben,  die  Abgeschlossenheit,
in  welcher  sie  arbeiteten,  endlich  gewisse  Vorurtheile  und  vielleicht  auch
allerlei  Schwierigkeiten,  welche  die  Beschaffenheit  und  Zusammensetzung
der  Substanzen  darbot,  welche  bestimmt  sind,  die  Malerei  aufzunehmen,
Alles  dies  hat  lange  Zeit  verschiedene,  ganz  verwendbare  Färbungsmittel
            
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