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MAK

Full text : Ueber Decoration von Thonwaaren und Emaillage

vom  Gebrauche  ausgeschlossen.  Verbesserungen,  welche  längst  hätten
eingeführt  werden  sollen,  wurden  hinausgeschoben,  wenn  nicht  ganz
verworfen.  Man  beschränkte  sich,  ohne  weiter  nachzudenken,  lediglich
auf  die  seit  dem  Anfänge  des  Jahrhunderts  gebräuchlichen  Substanzen.
Es  ist  wahr,  dass  die  Vollendung,  mit  welcher  man  früher  derartige
Malereien  hervorbrachte,  und  welche  bewies,  dass  eine  beschränkte
Zahl  von  Hilfsmitteln  für  vorzügliche  Resultate  ausreichte,  den  herrschenden ­
  Ansichten  einen  Schein  von  Berechtigung  verliehen.  Zieht
man  indessen  in  Betracht,  welche  Schwierigkeiten  zu  überwinden  sind
und  von  wie  vielen  Zufällen  das  Gelingen  eines  solchen  Werkes
abhängig  ist,  so  wird  man  zugehen  müssen,  dass  es  im  Interesse
der  Kunst  und  Industrie  höchst  wünschenswerth  ist,  dass  die  Zahl
der  verwendbaren  Substanzen  vermehrt,  neue  eingeführt  und  jene
kostspieligen  Versuche  aufs  Gerathewohl  vermindert  werden,  welche
heim  Malen  mit  verglasbaren  Farben  unvermeidlich  sind.  Die  Erfahrung ­
  hat  übrigens  bereits  entschieden.  Man  hat  bereits  sowohl
in  der  Manier  der  Aquarellen,  als  in  jener  mit  Deckfarben  nach
Salvetat’s  Angaben  Versuche  gemacht,  alle  in  der  Malerei  auf  hartem
Porzellan  gebräuchlichen  Farben  auch  bei  Emaillirungen  anzuwenden.
Die  Aquarellmalerei  bot  schon  wegen  der  gleichförmigen  Verglasung
und  der  hieraus  resultirenden  Harmonie  einen  entschiedenen  Vortheil
gegenüber  der  Malerei  auf  hartem  Porzellan.  Abel  Schilt  und  Cabeau
in  der  Fabrik  zu  Sevres  wurden  mit  der  Ausführung  derartiger  Malereien ­
  betraut,  und  die  zwei  von  ihnen  hergestellten  Werke  befinden
sich  im  Musee  ceramique.  Dieselben  zeigen  die  gleichzeitige  Anwendung ­
  der  früher  gebräuchlichen  Mittel  und  der  Methoden,  nach
welchen  man  in  der  Porzellanmalerei  verfährt,  und  scheinen  wohl
geeignet,  die  oben  ausgesprochenen  Ansichten  zu  bestätigen.
Wir  kommen  nun  zur  Angabe  der  Recepte,  nach  welchen  man
diese  Farben  bereiten  kann.
Salvetat  glaubt,  wie  Brogniart,  dass  das  färbende  Oxyd  sich
mit  dem  Flussmittel,  welches  das  Anhaften  bewirkt,  nicht  verbindet,
sondern  einfach  mengt.  Findet  ja  eine  Verbindung  statt,  so  kann
dieselbe  bloss  eine  theilweise  sein  und  auf  die  Färbung,  welche  man
erhalten  will,  nur  nachtheilig  einwirken.  Die  Malerei  auf  Porzellan,
sowie  jene  auf  der  Paste  (sur  päte),  insoferne  wir  hier  nur  von  der
Aquarellmalerei  sprechen,  beruht  also  im  Wesentlichen  darauf,  dass
färbende  Metalloxyde  auf  eine  geeignete  Unterlage  aufgetragen  und
durch  das  Schmelzen  des  Glasflusses  fixirt  werden.  Es  muss  dabei
eine  genügende  Menge  Glasfluss  vorhanden  sein,  um  alle  Stäubchen
des  färbenden  Oxydes  einzuhüllen,  ihre  Farbe  lebhafter  und  das
Ganze  gleichförmig  glasirt  erscheinen  zu  lassen.  In  der  Oelmalerei
erreicht  man  diesen  doppelten  Zweck  mit  Hilfe  der  Oele  und  Firnisse.
Bei  der  Herstellung  verglasbarer  Bilder  bat  die  Substanz,  mit
welcher  die  Farben  angerieben  werden,  nur  die  Bestimmung,  das
            
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