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Full text : Das österreichische Plakat Werbekunst-Ausstellung des Bundes österreichischer Gebrauchsgraphiker im Österreichischen Museum für Kunst und Industrie Wien I, Stubenring 5 August - September 1929

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oder  können,  die  wehmütig  die
„Profanierung^^  der  heiligen  Kunft
betrauern  und  lieber  untätig  hinter  ihrer
Staffelei  fii5en,  als  kräftig  5u?ugreifen,
um  der  Kunft  neue  Wege  ?u  ebnen.
Nicht  mehr  lollte  das  fclion  ?ur  Phrafe
gewordene  „Part  pour  Part  ,  Kunft
um  der  Kunft  willen,  allein  herrfchen.
Kunft  für  die  W^irtfehaft  und  Wirtfchaft
  für  die  Kunft,  war  die  Lofung
der  neuen  Männer,  die  rechtzeitig
erkannt  hatten,  daß,  wie  äußerlich
Schlapphut,  Vatermörder  und  Samtjoppe
  keineswegs  mehr  in  das  Bild
unlerer  amerikanifierten  Zeit  paßten,
audi  ihre  Einteilung  zur  Kunft  grundlegend ­
  zu  ändern  war.
Kunlt  für  die  Wirtfcliaft!  Welch
mannigfache  Afögliclikeiten  cröffneten
fich  d  ein  modern  denkenden  Künftler.
Er  wurde  zum  Tambour  auserfehen,
er  hatte  die  Werbetrommel  für  die
Wirtfehaft  Zu  rühren,  Reklame,  Reklame ­
  hieß  fein  Stichwort.  Die  Reklame, ­
  ohne  die  ein  erfolgreicher
Gefclräftsbetrieb  heute  nicht  denkbar
ift,  fie  lag  noch  tief  in  ihrem  Dornröschenfehlaf,
  als  der  moderne  Künftler ­
  kam  und  fie  wachküßte.  Eine
moderne  Oroßltadt  braucht  die  Reklame; ­
  die  Eitfaßfäulen  und  Leuchtfchilder
  find  die  Schönpfläfterchen
in  ilirern  Antlitj.  Beherrfcliung  der
Straße  wurde  zum  Schlagwort  —  die
            
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