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gelegter Möbel u. dergl. Von dieser Gesammtzahl sind 10 Lehr
linge, 10 Gehilfen und 38 in keiner Beschäftigung.
Aus dem Vorjahre wurden 7 Hospitanten und 14 ordentliche
Schüler übernommen. Betrachtet man diesem Besuche gegen
über die zur Verfügung stehenden Locale, so ergibt sich wohl
die Einsicht der Nothwendigkeit von selbst, welche dazu führte,
dass die früheren Räume gegen geeignetere vertauscht wurden.
Die neuen Schullocale liegen in einem von der Gemeinde
zu diesem Behufe gekauften Hause und bestehen aus einem
Zeichnensaal, drei Zimmern, welche als Bildhauerwerkstätten
dienen, drei Zimmern und einer Leimküche für den Gebrauch der
Tischler und Dreher. Die Einrichtung dieser Arbeitsgemächer
wurde grösstentheils durch das Ministerium besorgt, doch hat die
Schule aus eigenem Verdienste bereits Manches an Kästen, Be-
leuehtungsobjecten, Rahmen, Zeichnentischen u. A. beschafft. Der
W erkzeugevorrath ist mit Hobelbänken, Rauhbankhobeln, Doppel
hobeln, Schlichthobeln, Schropp-, Zahn- und Gesimshobeln, den
verschiedenen Eisen zum Stemmen, Schränken und mit Bild
hauereisen, Sägen, Winkelmaassen, Knipfen, Schraubstöcken,
Zangen, Bankknechten, Zirkeln, Schnitzern und Hämmern in
der Gesammtzahl von 407 Stück ausgestattet. Das Handels
ministerium bewilligte auch zum Anfang einen Betrag von
400 fl. zum Ankauf des Holzrohmateriales für die anzufertigen
den Arbeiten.
Was Vorlagen und überhaupt die künstlerischen und litera
rischen Bildungsmittel der Schule anlangt, so bestehen dieselben
vorläufig — abgesehen von den zu clirecter Nachbildung be
stimmten Zeichnungen, welche der Director der Kunstgewerbe
schule des Österreichischen Museums dieser wie den übrigen
Fachschulen übergibt — erst aus einer auf Kosten des Han
delsministeriums beschafften Sammlung von Gypsabgtissen des
Museums (56 Stück), und einer kleinen Büchersammlung (60), in
denen beiden das architektonische und anatomische sowie das
Fach des Möbelbaues und dazugehöriger Entwürfe vorherrscht.