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ser, Schneider, Schuhmacher und Handelsbeflissene. In seinem
Berichte berührt der Leiter den sehr wesentlichen Umstand,
dass leider das Fach der Glasgraveure, dieser eigentlichsten
Künstler der Glasindustrie, welches noch vor wenig Jahren zwei
Drittel von der Gesammtzald der Glasarbeiter ausmachte, ent
schieden im Abnehmen begriffen, ja, wenn keine Abhilfe getrof
fen würde, sein Aussterben zu besorgen sei. Die Ursache dürfte
theils darin zu suchen sein, dass der Vertreter dieses Faches
ohne Atelier und vielen Apparat leicht überall in der Welt seine
Arbeit fertigen kann und daher gerne in die Fremde zieht, theils
aber und vorwiegend aus dem Grande, weil diese edelste Rich
tung unter den gegenwärtigen Verhältnissen an Beschäftigungs
losigkeit leidet und daher von ihren Vertretern gerne verlassen
wird, um sie mit einem lucrativeren Zweig zu vertauschen.
Ihre Erhaltungsmittel findet die Anstalt durch die .Staats
subvention des Handelsministeriums pro 600 fl., eine weitere
Verleihung von 600 fl. durch den Landesausschuss, 300 fl. vom
Kunstgewerbeschulverein, und durch Bestellung des Locals von
Seite der Gemeinde. Zur Bestreitung der Beheizung tragen die
Schüler selbst bei. Dieses Local war bis Schluss des letztver
flossenen Schuljahres im Gebäude der Volksschule eingeräumt,
und hatte eine Area von 55% □Meter, dazu war für die Ab
theilung des Malens und Modellirens in einem nahegelegenen
Hause ein Saal von 22% DMeter, dann kleinere Räume zum
Aufbewahren der Gypsabgüsse, des Materials etc. gekommen,
sämmtlich nur ungenügende und nothdürftige Riegelwändebau
ten. Es ist sehr bezeichnend, dass die Fachschule ihre gegen
wärtige bessere Lage in Hinsicht der localen Verhältnisse nicht
der Würdigung ihrer eigenen Bedürfnisse, sondern vielmehr einer
notlnvendig gewordenen Umgestaltung der Volksschule ver
dankt, die in dem Hause, das sie bisher mit der Fachschule
theilen musste, keinen Raum mehr findet. So wurde ein neues
Haus, Ziegelbau, angekauft, dessen Räume dem starken Andrang
der Schüler jedoch leider kaum viel besser genügen dürften.
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