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Full text: Die kunstgewerblichen Fachschulen des k.k. Handelsministerium

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Tag inscribirte, 60 Sonntags-, 40 Volksschüler in der Zeichnen- 
abtheilung; in jener des Modellirfaclies: 9 für Vor- und Nach 
mittags, 2 für den halben Tag und 13, welche bloss mehrere 
Stunden frequentirten. Im erstgenannten Curs waren 25 Lehr 
linge, 35 Gehilfen und 15 Volksschüler, im anderen 7 Lehrlinge, 
4 Gehilfen und 13 Volksschüler. Diese Abnahme des Besuches 
im Verhältniss zu den früheren Jahren dürfte ihre Erklärung 
in den angedeuteten misslichen Umständen der Schule haben. 
Die Lernzeit ist nicht festgesetzt und richtet sich nach dem 
Talente des Individuums, doch ist den Schülern der Modellir- 
abtheilung ein Zeitraum von drei Jahren als Aufenthalt in der 
Schule vorgeschrieben. Das Alter der Schüler variirt zwischen 
12 und 22 Jahren. 
Auch die Haidaer Schule ist mit Musterwerken, Abgüssen und 
Vorbildern meist aus dem Ateliers und Publicationen des Mu 
seums reich ausgestattet. An Werkzeugen, Schnitzeisen, Bän 
ken etc. ist ein trefflicher Vorrath vorhanden. Als Holzschnitzerei 
schule hat sie den Charakter einer Lehrwerkstätte und ist mit 
dem nöthigen Holzmateriale versorgt. Die Schüler dieses Curses 
sind soweit herangebildet, dass Herr Oppelt sie zum Theil 
zu ihrem Verdienste mit der Ausführung ihm gemachter Bestel 
lungen betrauen konnte. Die Art und Weise der Schnittbehand 
lung, wie sie Oppelt übt und seiner Schule mitgetheilt hat, ist 
von soviel Kraft und Zartheit zugleich, so verständnissvoll für 
die Bedingungen des Materials, dass wir sie jener des modernen 
Italiens in manchem Betracht vorzuziehen Grund haben. 
Zum Locale wurden der Schule Räume in einem Hause der 
Stadt (Zeichnensäle) und solche im ehemaligen Piaristenkloster 
eingeräumt. Es sind im Ganzen drei Gemächer, der Zeichnensaal 
9'/ 2 Meter lang und 4% Meter breit, die anderen 4 J / 2 Meter lang 
und 2 1 / 2 Meter breit und 10 Meter lang und 6 Meter breit. 
Hier sei noch bemerkt, dass die Fachschule von Haida auch 
schon im Jahre 1873 an der Wiener Weltausstellung mit Schüler 
arbeiten, Zeichnungen und Glasgefässen sich betheiligte.
	        
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