MAK

Full text: Die kunstgewerblichen Fachschulen des k.k. Handelsministerium

135 
seums unterrichtet worden war. Diese schätzenswerthe Kraft 
hat in Tetschen nun auch in der gewerblichen Fortbildungsschule, 
sowie in der Bürgerschule den Zeichnenunterricht übernommen. 
Die statutengemässe Aufgabe der Fachschule ist, jungen Leuten, 
welche sich den Kunstgewerben, hauptsächlich aber solchen, 
welche sich der Siderolithindustrie zu widmen beabsichtigen, in 
praktischer und theoretischer Beziehung den fachlichen Unter 
richt zu ertheilen, ausserdem aber eine Bildungsstätte für Ar 
beiter und Lehrlinge zu werden, welche bereits in Fabriken 
Verwendung gefunden haben. Das Handelsministerium, welchem 
die Anstalt untersteht, hat zu ihrer Ueberwachung ein Cornite 
berufen, dessen Zusammensetzung in der Weise erfolgt, dass 
der Bürgermeister den Vorsitz als Obmann führt, zwei Mitglieder 
dem Gemeindeausschuss, zwei weitere dem sonstigen Kreis der 
Freunde ihres Gedeihens entnommen, und endlich dem Lehrer 
selbst Sitz und Stimme verliehen wurde. Dieser Schulausschuss 
hält monatlich eine Sitzung in Schulangelegenheiten und ver 
anlasst auch die Inspicirung der Arbeiten. Ihre Unterstützung 
findet die Schule durch das Handelsministerium, durch die 
Gemeinde, welche das Local beistellt, und durch freiwillige Bei 
träge von Privaten, insbesondere von Industriellen. 
Die Mehrzahl der aufzunehmenden Schüler hat nur die 
Volksschule absolvirt, um dann einige Jahre am Fachunterrichte, 
welcher unentgeltlich ertheilt wird, theilzunehmen. Gehilfen und 
Gewerbetreibende hatten sich noch im Vorjahre nicht gemeldet, 
dagegen drei Lehrlinge, von welchen zwei einer Fabrik ange 
hören, deren Besitzer ihrem Besuch in der Schule nicht nur kein 
Hinderniss in den Weg legt, sondern vielmehr denselben fordert, 
indem den Knaben keinerlei Lohnabzug wegen der versäumten 
Arbeitszeit gemacht wird, mit andern Worten, die Lehrlinge 
werden bloss für den Schulbesuch gezahlt, ohne vorläufig in der 
Fabrik tbätig zu sein. Zwei Lehrlinge bilden sich für die Siderolith- 
technik, einer für Steinmetzarbeit aus. Auser diesen waren noch 
vier Knaben vorhanden, im Ganzen also die Anstalt im ersten
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.