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Jahre durch sieben Schüler (ursprünglich waren 10 inscribirt),
deren einer Hospitant war, besucht; dem entsprechend genügte
es vorläufig, den Unterricht bloss an drei Tagen in der Woche
von 8—12 Uhr zu halten, von welchen drei Stunden eine auf
das Modelliren, zwei auf’s Zeichnen fielen. Für das laufende
Schuljahr war dagegen schon nöthig, auch die übrigen Tage
herbeizuziehen, mit Ausnahme des Samstags, so dass auch noch
am Sonntag ein Vormittags- und an zwei Tagen ein Abend
unterricht (7—8 Uhr) hinzukommen soll. Die zur Verfügung
gestellten Eäumlichkeiten in der städtischen Volks- und Bürger
schule bestehen aus einem 25' langen und 21' breiten Zeichnen
saal, einem Modellirsaa! von 30' Länge und 21' Breite und einem
Arbeitsatelier für den Lehrer.
Die Lernzeit ist auf ein Triennium berechnet, dessen erstes
Jahr den niederen, dessen zwei spätere Jahre den höheren Gurs bil
den. Gegenstände des Unterrichtes im erstenJahre sindZeichnen-
iibungen auf ornamentalem und figuralem Gebiet, und solche im Mo-
dellirfache in Thon und Wachs. Das zweite Jahr hat diesen Untei-
richt zu vollenden und geht zum Modelliren von keramischen Objec
ten Uber, endlich werden im letzten Jahre, dem Compositionscurse,
selbsterfundene Gegenstände des Poteriefaches zur Ausführung
gebracht. Das dazu erforderliche Rohmateriale oder für die Be
malung die unbemalten Gefässe stellt das Comitemitglied, Hert
Siderolithwaaren-Fabrikant Eduard Schiller in Obergrund, unent
geltlich bei. In besonderen Stunden ergänzt der Schulleiter die
praktische Thätigkeit seiner Zöglinge durch populäre Vorträge
über einschlägige Themata, deren Besuch denselben obligatorisch
ist. So sind Erläuterungen Uber die Gefässkunde der Antike und
der Renaissance projectirt, womit in diesem Schuljahre begonnen
werden wird. Seit Beginn des 1. J. ist ein neuer Lehrplan in
Kraft getreten, welcher den Fachcurs auf ein Triennium erweitert
hat. Durch denselben wurden auch die Unterrichtsstunden in
Tages- und Abendstunden eingetheilt, erstere an drei Tagen von
8—12 Uhr Vormittags, und jene an zweien, von 7 —8 Uhr Abends.