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Full text: Die kunstgewerblichen Fachschulen des k.k. Handelsministerium

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Schulcomite besteht aus sechs Mitgliedern, welche unter Vorsitz 
des Bürgermeisters die Aufsicht über die Anstalt führen. Erfreu 
licherweise finden sich darunter die bedeutendsten Vertreter der 
Siderolithbrauche, also Fabrikanten, welche hierorts auch durch 
die rege Theilnahme und Förderung der Schule sich rühmlich aus 
zeichnen. Lehrmittel und Vorlagenwerke sind über Veranlassung 
des Ministeriums für die Fächer der keramischen Formenbildung 
und Decoration, Malerei, Tischlerei, Schlosserei, Steinhauerei, 
und das Stuccaturfach vorhanden, desgleichen ist eine Serie von 
Gypsabgüssen des Österr. Museums vorhanden. Das Rohmaterial 
für ihre Poterie kauft die Schule in Preschin bei Dux, wo der 
Centner zubereitet und geschlagen von der Grube auf 35 kr. 
kommt. Gyps wird aus Meissen bezogen, der Centner des groben 
Stuccogypses zu 2 fl. 50 kr., der feine Alabastergyps zu 5 fl. 
50 kr., bis Teplitz geliefert. 
Im ersten und einzigen bisherigen Schuljahre waren bereits 
52 Schüler inscribirt. Es frequentirten 2 den ganzen Tag, 2 den 
halben, 24 die Abendschule, 46 den Sonntagsunterricht. Unter 
der Gesammtzahl von 52 waren 34 Lehrlinge, 16 Gehilfen und 
Gewerbetreibende, 2 ausser der Anstalt nicht beschäftigt. Der 
(unentgeltliche) Unterricht wird bloss Samstags ausgesetzt und 
währt sonst von 9—12 Uhr Vormittags und von 2—4 Uhr Nach 
mittags, Abends von 7—9 Uhr, am Sonntag Vormittags von 
8—12 Uhr. 
Zur Ausstellung kamen nebst Zeichnungen und Modellen 
Siderolithobjecte, Gefässe und Ornamente nach Composition des 
Lehrers, Kinderfigtirchen nach Fiammingo und andere. Indessen 
erschienen diese Arbeiten noch ohne Bemalung, bloss in der 
Farbe, welche der Brand dem Thone verleiht. Die junge Schule 
ist eben zur Zeit der Ausstellung nicht bis zu diesem Theil ihrer 
Aufgabe herangekommen. Gegenwärtig sind wir jedoch bereits 
einiger Versuche ansichtig geworden, welche mit Farbpräparaten 
und Glasuren aus der chemisch-technischen Versuchsanstalt des 
Handelsministeriums rUcksichtlich gegenwärtig des Österr. Mu-
	        
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