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die jährlich erzeugte Waare betrug 7—8000 Centn er * und hatte
einen Werth von circa 250.000 Gulden; die Exportgebiete bildeten
insonderheit England, Frankreich und Amerika, dann Ostindien,
Australien und Egypten. Ja man hatte den einen Fortschritt in
der letzteren Zeit gemacht, dass auch harte Hölzer verarbeitet
wurden; dazu kam der Vortheil des durch die neuerbaute Eisen- •
bahnlime erleichterten Verkehrs, und war somit die Möglichkeit
für die Möbelfabrication in Gröden geboten.
Die erste Anregung gab der Director des Österreichischen
Museums, Herr Regierungsrath Eitelberger, durch den Bericht
und Vortrag Uber die österreichische Industrie auf der Pariser
Weltausstellung, welchem entsprechende Anträge an das Handels
ministerium folgten. Zugleich wurden Schritte gethan, um durch
Lntersttitzung von Seite des Ackerbauministeriums sowohl für
die fernere Schonung der Zirbelbestände, als für einen praktischen
Modus der Ueberlassung dieses wichtigen Materiales an die
Schnitzer das Geeignete zu erzielen.
Eine der Grödner Industrie förderliche Schule war jedoch
nicht anders denn als Schnitzschule, d. h. nicht blos als solche für
den Zeichnenunterricht zu denken, indem sowohl in technischer
als artistischer Hinsicht die bisherige Leistungsfähigkeit der ein
heimischen Schnitzler die praktische Führung durch einen als
Plastikei gebildeten Lehrer dringend erheischte. Es wurde dess-
halb Herr Ferdinand Demetz, ein Nachkömmling des genannten
Emporbringers der Grödner Industrie, während mehrerer Jahre
an der Kunstgewerbeschule in Wien unterrichtet, woselbst er unter
Leitung des Herrn Professors König seine Studien machte. Im
Jahre 1872, am 15. October, ward die Schule in St. Ulrich
als Holzschnitz - Lehrwerkstätte eröffnet, mit dem Zwecke,
„durch Ertheilung des Unterrichtes im Zeichnen, Modelliren und
Schnitzen zur Vervollkommnung der Holzschnitzkunst im Grödner
* Exportirt wurden im Jahre 1864 — 6436 Centner, 1865 — 6700
1866 — 6666, 1867 — 7580.