MAK

Full text: Die kunstgewerblichen Fachschulen des k.k. Handelsministerium

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9. Die Lehrwerkstätte fiir Marmorbearbeitung 
in Laas. 
In der grossen Reihe werthvoller Rohprodukte, welche in 
der Monarchie vorhanden sind, ohne in der Kunst- und gewerblichen 
Industrie Verwendung zu finden, deren Verwerthung jedoch der 
nächsten Zukunft schon Vorbehalten sein wird, gehört in erster 
Linie das vorzügliche Mannormaterial, welches sich fast überall 
in den Alpen vorfindet. Der Verfasser hat auf diesen Gegenstand 
mehrfach hingewiesen, in übersichtlicher Weise insbesondere 
in dem Artikel „Marmor in Österreich“ (Abendpost der kais. 
Wiener Zeitung vom 30. April d. J.). Neben den mannigfachen 
bunten, grauen, schwarzen und rothen Marmorgattungen, welche 
in früheren Jahrhunderten den massenhaften Bedarf der Barock 
architektur und Sculptur in Österreich reichlich deckten, nimmt 
eine Hauptstelle der weisse Tiroler Marmor ein, welcher, der 
einzige mit dem Carrareser concurrenzfähige, ja in mancher Bezie 
hung ihm überlegene, in dieser Hinsicht auf demContinente nicht 
Seinesgleichen hat. Die Brüche von Carrara, welche allein 8000 
Menschen behufs Gewinnung des Rohmateriales und viele andere für 
dessen Bearbeitung beschäftigen, sind gegenwärtig noch die einzige 
Stätte des Bezuges dieser Steinart und Carrara Ein riesiges 
Atelier, in welcher die Bildhauerarbeiten von Europa ihre Aus 
fühl ung erhalten. Obwohl nun seit Römerzeiten Carrara dieses 
Monopol bewahrt hat und es für die Renaissance geworden ist, 
was Paros und Penthelikon der griechischen Plastik gewesen, 
obwohl die Berge des alten Luna quantitativ die bedeutendsten 
Marmorquellen eröffneten, so ist doch in Hinsicht auf die Qualität
	        
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