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Zeichnen, Freihandzeichnen und gewerbliches Zeichnen, unter
stützt durch Vorträge über Geometrie, den Schüler auf die
eigentliche Aufgabe, die Ausführung praktischer Arbeiten vor-
bereiten. Dieser theoretische Unterricht zerfällt in Erläuterungen
über Planimetrie, Stereometrie und Projectiou; das geometrische
Zeichnen, ebenfalls durch mündliche Unterweisung begleitet,
umfasst die Lehre von den Cirkelconstructionen; Freihand
zeichnen zerfällt in Contourzeichnen und Ornamentik. Diese
Lehrfächer werden in zwei auf einander folgenden Jahrescursen
mitgetheilt, und zwar in derselben, oben bezeichneten Reihenfolge,
nur mit dem Unterschiede, dass Planimetrie auf das erste,
Stereometrie und Projectionslehre in’s zweite Jahr fällt. Das
Freihandzeichnen schreitet im zweiten Curse von der Benützung
der Vorlagen zu jener von Gypsmodellen fort. Der unentgeltliche
Unterricht findet an allen Tagen, mit Ausnahme des Samstags
statt, Vormittags von 8 — 12 Uhr, Nachmittags, in welcher
Tageszeit die Arbeiten der Lehrwerkstätte vorgenommen werden,
von 2—6 Uhr. Die Sonntagsschule dauert von 8—12 Uhr.
Zu dem Fachschulcomite gehören unter Vorsitz des Bürger
meisters fünf Mitglieder der Gemeinde. Dasselbe ist seit 1874
constituirt, die Fachschule wurde damals am 15. März eröffnet.
Leiter und Lehrer ist Herr Carl Riby, eine sehr tüchtige Kraft,
welche ihre theoretische und praktische Bildung in Wien
und Paris erworben hat. An Lehrmitteln und Werkzeugen wird
nächstens eine ansehnliche Verstärkung des Vorrathes zu
beschaffen sein, indem durch Erstere jetzt blos die Gebiete
des Zeichnens und der Projectionslehre bedacht erscheinen
und diese überhaupt noch in sehr geringer Zahl im Besitze
der Schule sind. Das für die auszuführenden Objecte nöthige
Ilolz bezieht die Schule theils am Orte, theils von St. Paul;
in Wolfsberg kommt das weiche per Quadratfuss bei 1" Dicke
auf 4 kr., von harten Sorten kostet Fournüre des vielbenütz-
ten, hier blos in der Diagonale verwendbaren Nussholzes per
Quadratfuss 4—5 kr., solche von Eschen 3—4 kr. Von den