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die Schulleituug seinen Verschleiss, und zwar in der Weise,
dass vom Erlöse ein Antheil dem Ministerium abzuliefern ist, wo
mit die Beschaffung von Lehrmitteln, Werkzeugen u. drgl. unter
stützt, auch die Abnützung der in Gebrauch stehenden Instru
mente ersetzt wird; ein Theil gehört dem Leiter, ein weiterer
wird unter die mit Anfertigung der Arbeiten betraut gewesenen
Zöglinge vertheilt. Was das Letztere anlangt, so ist vom Han
delsministerium der Modus eingeftihrt worden, dass die Be
rechnung der Lohnhöhe abhängig sein solle vom Betrage des
Verkaufspreises nach Abzug aller Kosten des Materiales, der
Betriebskosten und der auf Abnützung der Arbeits-Utensilien
entfallenden Quote. Die Festsetzung des Lohnes ist dem Schul
leiter anheimgestellt, welcher in der Regel die Verdienstantheile
jeden Samstag über acht Tage nach Ablieferung der Arbeit
auszahlt. Gestatten solches die vorhandenen Mittel aber nicht,
so müsste die Auszahlung erst nach geschehenem Verkauf der
Waare stattfinden.
Gegenwärtig leitet die Anstalt Herr Wilhelm Schmidt, ab-
solvirter Schüler der Kunstgewerbeschule des Österreichischen
Museums in Wien, ein sehr tüchtiger Fachmanu als Tischler,
Zeichner und Modelleur. Eine zweite Kraft, welche die prak
tische Kunsttischlerei und Drechslerei zu lehren haben wird, ist
in dem an der Drehereischule zu Taehau als Hospitant in der
Dreherei ausgebildeten Herrn Kubelka gefunden, welcher schon
längere Zeit Zögling der Grulicher Schule selbst gewesen.
Weitere Unterstützung des Leiters wird ausserdem nöthig sein,
worüber sich das Comite der Ausstellung im Museum in diesem
Sinne bereits auch ausgesprochen, wie im Weiteren zu be
richten ist.
Nach dem Schulberichte pro 1874/75 besuchten in den bei
den Semestern 58 Zöglinge die Anstalt. Davon waren 30 als
ordentliche eingeschrieben, die sich in die einzelnen Fächer,
wie folgt, vertheilen: 15 für Bildhauerei, 12 für Tischlerei, 1 für
Drechslerei, 2 für Laubsägearbeit behufs der Herstellung ein-
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