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Full text: Das österreichische Bauwesen

Eiserne Spundwände Bauart „Larssen“ beim Wasserbau 
•• 
in Österreich. 
Von Baurat Maximilian Sachs, Zivilingenieur. 
Daß das Eisen infolge seiner Elastizität und Festig 
keit einen wirksamen Baubehelf im Wasserbau darstellt, 
wurde schon lange erkannt. Bei zahlreichen Bauaus 
führungen hat man sich in Ermanglung geeigneterer 
Mittel alter Eisenbahnschienen, I- und U-Träger bedient. 
Selbst in Österreich wurden im Jahre 1904 beim Bau 
der Kaiserbadschleuse und noch im Jahre 1910 bei der 
Ferdinandsbrücke 
zwecks Sicherung 
der angrenzenden 
Stützmauer an der 
Donaukanallinie der 
Wiener Stadtbahn 
I-Träger verwendet. 
Da diese für ganz 
eigene Zwecke ge 
walzten Fabrikate 
nur sehr mangelhaft 
dem Wasserbau ent 
sprochen haben und 
denselben naturge 
mäß nicht befriedi 
gen konnten, hat 
man nach geeig 
neteren Mitteln ge 
sucht, wobei dem 
Eisen das Holz, des 
sen statische Eigen 
schaften denjenigen 
des Eisens ja ähneln, 
als Vorbild dienen 
konnte. Das Bestre 
ben ging danach, 
geeignete Profile 
aus den Walzen 
derart herauszubringen, daß die Bohlen in der Längs 
richtung ineinandergeschoben sich auch beim Rammen 
in schwerem Boden nicht lösten. (Ein in Amerika noch 
vor der Mitte des vorigen Jahrhunderts unternommener 
Versuch, Bohlen aus Gußeisen herzustellen, mußte natur 
gemäß scheitern.) 
Tatsächlich wurde auch gegen Ende des vorigen 
und Anfang dieses Jahrhunderts eine ganze Reihe von 
Patenten erwirkt, deren Typus in der Fig. 1 (Patent 
Gregson) dargestellt ist. 
sam Wulst und Klaue in einem vereinigt wurden, wo 
durch sich eine sichere Führung ergeben hat. 
Tr. Larssen erkannte aber, daß, wenn das Eisen 
in einen erfolgreichen Wettbewerb mit Holz, Beton, 
Eisenbeton und Druckluftgründung treten sollte, es unbe 
dingt notwendig ist, daß die Materialanhäufung tunlichst 
weit von der neutralen Achse des Profiles stattfindet. 
Das Ergebnis seiner 
Überlegungen ist 
zunächst in Fig. 3 
abgebildet. Mit die 
sem Profil erreichte 
Larssen ein im Ver 
hältnis zum Material 
aufwand ziemlich 
hohes Widerstands 
moment. 
Vergleicht man 
etwa das alte Lars- 
senprofil III in einem 
Gewichte von 197 kg 
pro m 2 mit dem ihm 
gewichtsnächsten 
Lackawannaprofil 
12 a in einem Ge 
wichte von 195.32 kg 
pro m 2 , so entfal 
len auf 100 cm 3 
des Widerstands 
momentes bei Lars 
sen rund 11.25 kg 
Eisen, bei Lacka- 
wanna 93.5 kg. Zur 
Überwindung glei 
cher statischer Be 
anspruchungen ist also bei Lackawanna mehr als der 
Bfache Materialaufwand als bei Larssen notwendig. 
Ungeachtet des Umstandes, daß mit diesen Larssen- 
profilen zahlreiche Bauten (ich erwähne nur die zwei 
Stauwehranlage in Passering. Ausgeführt von der Fa. Bulfon. 
Fig. 1. 
Fig. 2. 
Alle diese Profile wiesen, trotzdem sie unbestreitbar 
einen Fortschritt darstellen, zweierlei Mängel auf: 
1. Der Wulst- und Klauenverschluß war der an ihn 
gestellten Anforderung des zuverlässigen Zusammen 
hanges auch in nicht besonders schwierigem Boden 
nicht gewachsen, da der Wulst bei Auftreten einer 
größeren Längskraft aus der Nut heraussprang. 
2. Die Materialmassen waren in der Nähe der neu 
tralen Achse angehäuft. 
Das erste Übel wurde bei dem Profil der Lacka 
wanna Steal Cy. (Fig. 2) dadurch behoben, daß ein 
Kreuzverschluß ausgebildet wurde, bei welchem gleich 
großeren Schleusen Bevergen und Venhaus mit 6875 nr, 
beziehungsweise 4280 m 2 Wandfläche) ausgeführt wur 
den, hat es die Inhaberin des Patentes, die Dortmunder 
Union, an weiteren mit großen Kosten verbundenen 
Anstrengungen nicht fehlen lassen, um eine Verbesserung 
des Profiles herbeizuführen. 
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