Bauunternehmung Brüder Redlich & Berger.
Wien VII., Lerchenfelderstraße 131/133.
Gegründet im Jahre 1877 blickt die Bauunterneh
mung Brüder Redlich & Berger auf ein ungemein man
nigfaltiges Arbeitsgebiet zurück, welches alle Zweige des
Eisenbahn-, Tunnel-, Brücken-, Wasser-, Tief-
und Hochbaues umfaßt. Zahlreiche, durch ver
schiedene Veröffentlichungen im In- und Aus
lande bekannte Werke der Ingenieurbaukunst
bilden die Marksteine ihrer erfolgreichen
Tätigkeit bis zum Ende des Weltkrieges : die
Donauregulierungsarbeiten zwischen
Ysper- und Marchmündung, die Wehr- und
Schleusenanlage in Nußdorf, die Station
Hauptzollamt nebst derschwierigenDöblinger-
Strecke der WienerStadtbahn, die Elek
trische Schnellbahn Wien — Preßburg, der
8526 m lange Tauerntunnel, die äußerst
schwierigen Bukovo- und Jeschken-Tun-
nels, die Trisanna- und die Salcano-
Brücke, die Talsperren Krausebauden
bei Hohenelbe und Scheraunitz in Ober-
krain. Einige Ziffern mögen diese Tätigkeit ver
anschaulichen: Eisenbauten über 1400 Strecken
kilometer, an Tunnels und Stollen 44 km,
88 größere Brücken der verschiedensten
Systeme, 92 Druckluftgründungen mit einer Gesamt
grundfläche aller Senkkästen von 7200 m 2 und einer
Aushubmenge von 80.000 m\ Trockenbaggerungen mit
insgesamt 25 Millionen m 3 Förderleistung usw.
Zehn Jahre sind seit Beendigung des Weltkrieges
vergangen. Trotz der Einengung Österreichs schuf die
Initiative öffentlicher und privater Kreise heimischen
Unternehmungen auch weiterhin ein reiches Arbeits
gebiet. In diese Dekade fallen die folgenden Bauten:
das Maschinenbaus nebst Hilfskraftwerk und Unterwas
serstollen des Partensteiner Werkes, die Tal
sperre nebst Wehr-, Einlauf- und Entlastungsanlagen
des Elektrizitätswerkes Erlaufboden der NEWAG,
der Bau des Arriachwerkes für die Stadtgemeinde
auf dem Enzingerboden (1500 m Seehöhe).
Villach, der Umbau des Debantwerkes der Stadt
gemeinde Lienz, der Ausbau des Stubachwerkes
der Österreichischen Bundesbahnen mit einer großen Tal
sperre in 2000 m Höhe, der Umbau des Traunwehres
der A. G. Elektrizitätswerk
Wels samt Vergrößerung der
Einlauf-undWasserführungs-
anlagen, der Umbau des Mur
wehres der Stadtgemeinde
Bruck; die Abdeckungsar
beiten für den Tagbau Zil-
lingdorf mit einer Bag
gerungsmenge von rund
2,300.000 m 3 bei Abbautiefen
bis zu 16 m, ferner im
Zangtaler und Köflacher
Kohlenrevier mit einer Kuba
tur von 2,400.000 m 3 bei Ab
bautiefen bis zu 35 m; der
4042 m lange Friesling
stollen des Ybbskraftwer
kes, der äußerst schwierige
Hochstraßtunnel, die
Bahnlinien Payerbach—
Hirschwang, Timelkam—
Ampfelwang, Friedberg—
Pinkafeld, Deutsch-Lands-
berg; an großen Straßen
bauten: Marz-Weppersdorf
im Burgenlande, die 16 km
lange Automobil-Hochalpen
straße beim Stubachwerk, die
Gaisbergstraße; an Brücken:
die Friedensbrücke, die
Larssengründung der Kalvarienbrücke in Graz; an
Hochbauten das Bankgebäude der Credit-Anstalt für
Handel und Gewerbe in Graz, die große Umformerstation in
Knittelfeld, das Verwaltungsgebäude der A. E. G.-Union-
Werke in Stadlau usw. Dazu kommt noch, daß sich die
Unternehmung auch im Auslande durch bedeutende
Hoch- und Tiefbauten neue Arbeitsgebiete erschließt.
Krafthaus des Stubachwerkes
Tauernmoosboden — Sperrmauer (2000 m Seehöhe, 30.000 m 3 Mauerwerksmenge, Arbeits
stand Mitte August 1928).
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