Abb. 15. Grundriß der Trink- und Wandelhalle.
ab. Durch eine in der Rückwand der Trinkhalle angebrachte
Tür gelangt man in die Gedenkhalle
und von dieser in den von den Römern erbauten Stollen
zur U r s p r u n g s q u e 11 e. Die Wände der Trinkhalle
erhalten eine Marmorverkleidung (Skyros), die
Brunneneinfassung wird aus Verde a n t i c o hergestellt.
Die Verkleidung der Wände und Decken der
Inhalationskammer und Ursprungskammer erfolgt durch
keramische Platten, ln der Inhalationskammer stürzt das
Schwefelwasser über Kaskaden ab und
zerstäubt dabei. Die Ausschmückung aller Räume
zeigt von dem erlesenen Geschmack des Badener
Architekten Josef Fischer.
Baden kann in sanitärer und hygienischer
Beziehung als Musterstadt bezeichnet werden. Es
besitzt eine eigene Wasserleitung, eine vollständige
Kanalisation und ein staubfreies
Straßennetz.
Die Wasserleitung ist gleichzeitig mit der Kanalisation
im Jahre 1901 begonnen und 1902 vollendet worden.
Früher hatte Baden nur 4 Auslaufbrunnen aus der
Wiener Hochquellenleitung und ebensoviele aus der
Piperlbrunnenleitung und das Wasser mußte mit Butten
von der „Bassena” geholt werden. Jetzt ist in allen
Häusern dasWassereingeleitet und auf jeden
Bewohner entfallen täglich rund 300 Liter Wasser, das
ist fast dreimal so viel wie auf jeden Einwohner Wiens.
Das Badener Wasser stammt aus dem mächtigen Grundwasserstrom,
der von dem Schneeberge und Raxgebiet
gespeist wird, von welchem auch die Quellen für die
Wiener Wasserleitung versorgt werden. Die Wasserfassungsanlage
in Ebenfurth ist von Baden rund 22 Kilometer
weit entfernt und besteht aus einem Haupt- und drei
Nebenbrunnen, aus welchen das Wasser mittels zweier
großer Zentrifugalpumpen gehoben und in die Badener
Reservoire gedrückt wind und von wo es dann in den
Leitungsnetzen in der Stadt verteilt wird.
Ganz Baden ist nach dem Trennsystem, das ist nach
einem System, nach welchem die Schmutz- und Fäkalwässer
in eigenen Kanälen getrennt von den Regenwässern
geleitet werden, kanalisiert und das gesamte
Schmutzwasser wird in Steinzeugrohren der Kläranlage
zugeleitet, die als erste in Österreich
nach dem biologischen Verfahren die Abwässer
in vorzüglicher Weise reinigt und in diesem
reinen Zustande in den Hörmbach ableitet. Die Kläranlage
besteht aus dem Sandfange, in welchem nicht nur
die mitgeführten Sinkstoffe abgelagert, sondern auch die
schwimmenden Gegenstände durch 2 verschieden breite
Rechen abgefangen werden, dann aus 2 großen Faulräumen,
wo die Schlammabsetzung und teilweise
Schlammverzehrung vor sich geht, und endlich aus den
in 2 Stufen angeordneten 24 Oxydationskörpern, in welchen
das Wasser im intermittierenden Betrieb gereinigt
wird, worauf es fäulnisunfähig abfließt. Der Faulraumschlamm
wird durch eine Rohrleitung zu großen Kom-10b